Goldman-Aktienchef
„Europa steht vor einer Trendwende“

Goldman Sachs hat seine Meinung zu Europa geändert – und erwartet eine Wende zum Guten. Die Gründe dafür und was sie für Investoren bedeuten, erläutert Edward Perkin, Aktienchef der Vermögensverwaltung von Goldman.
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Herr Perkin, Sie setzen auf eine Rückkehr der alten Industriestaaten, insbesondere Europas. Warum?
Europa bietet die besten Chancen. Die Konjunktur kommt immer besser in Schwung. Zugleich sind europäische Aktien sehr günstig bewertet. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse liegen zehn Prozent unter dem historischen Durchschnitt, aber die Unternehmensgewinne notieren noch rund 40 Prozent unter ihren vormaligen Höchstständen.

Europa steckt immer noch in der Rezession. Woher nehmen Sie den Optimismus?
In diesem Jahr wird die Wirtschaft der Euro-Zone noch schrumpfen. Aber im kommenden Jahr werden wir wahrscheinlich schon wieder ein Wachstum von einem Prozent sehen. Das ist keine besonders kühne Schätzung, sondern Konsens am Markt. Auch wenn sich ein Prozent nicht nach viel anhört, so ist es doch eine enorme Verbesserung, eine Trendwende.

Das sehen viele Investoren anders. Sie stehen ziemlich allein mit Ihrer Einschätzung da.
Am Anfang waren wir mit unserer Meinung allein. Aber in den vergangenen Wochen haben mehrere Banken ihre Schätzungen für Europa nach oben korrigiert: JP Morgan, UBS und gerade erst Credit Suisse. Aber es stimmt schon, die Euro-Zone wird nach wie vor sehr negativ wahrgenommen. Das ist für mich eher ein gutes Zeichen. Denn für uns bedeutet das, dass viele Investoren das Potenzial noch nicht erkannt haben.

Halten Sie die Euro-Krise schon für überstanden?
Ich will nicht den Eindruck vermitteln, alle Probleme der Euro-Zone seien gelöst. Das sind sie nicht. Andererseits darf man auch nicht übersehen, dass es Fortschritte in vielen Bereichen gibt. In Spanien sind zum Beispiel die Lohnstückkosten deutlich gesunken. Inzwischen lohnt es sich wieder, dort zu produzieren. Manche Firmen verlagern ihre Produktion aus Lateinamerika nach Spanien.

Wo in Europa sehen Sie die größten Chancen?
Wir haben unseren Anteil an Spanien und Italien jüngst erhöht. Wir haben Frankreich am stärksten übergewichtet, Deutschland dagegen am stärksten untergewichtet.

Frankreich gilt als nächster Krisenfall. Deutschland steht vergleichsweise gut da. Warum sehen Sie das genau anders herum?
Dass Deutschland gut dasteht, weiß jeder. Wir investieren lieber antizyklisch.

Sind Sie zurzeit voll investiert?
Wir sind fast voll investiert, halten nur sehr wenig Cash.

Kommentare zu " Goldman-Aktienchef: „Europa steht vor einer Trendwende“"

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  • Ich will mal ein Beispiel geben, wie das in der Praxis aussieht: Wir wollen zurzeit eine Wohnimmobilie in München kaufen und man sagt uns, die müssen Sie schon auf dem Reißbrett kaufen, warum? Unter Anderen kaufen reiche Italiener mit billigen Mario-Krediten in München Immobilien auf wie warme Semmeln, denn die denken nicht daran, ihr Geld dem Berlusconi oder Grillo in den Rachen zu werfen, um den Aufbau der italienischen Volkswirtschaft sollen sich gefälligst die Eurokraten in Brüssel kümmern, denn deshalb haben die ja auch geschickt eine Haftungsunion gezimmert. Letzten Endes heisst das, zwei Länder der Währungsunion müssen zahlen, denn 15 Länder müssen ja unter den Re(ttungs)genschirm.
    Sie sehen also, wir brauchen dringend eine andere Sicht der europäischen Dinge und müssen schleunigst wieder zurückkehren von Ermächtigungsgesetzten wie zu Hitlers Zeiten zur Demokratie. Das aber geht nicht mit den abgelutschten Blockparteien, sondern nur mit unverbrauchten Kräften wie der AfD
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Peter Kraa

  • @-genervtneu - So ist es, die hatten in jeder der Finanzkrise ihre schmutzigen Finger drin. Und ferner sind die gemeldeten Wachstumszahlen für Europa kalter Kaffee, weil sie nur, was der Mann verschweigt oder nicht weiß, Wachstumszahlen zum Vorquartal sind, also saisonale Schwankungen enthalten. Die Wachstumszahlen für die ClubMed-Länder zum Quartal des Vorjahres sehen so aus: Portugal -2,0%, Spanien: -1,7%, Italien: -2,0%, Zypern: -5,2%, Griechenland: -4,6%: Für Goldman Sachs kein Problem; die haben für Investitionen in diese Länder eine Garantie von Super Mario. Für den privaten Investor: Finger weg von diesen Ländern; außer für Schäuble, aber der schaufelt ja auch Fremdgelder rüber.

  • Selbst wenn das alles stimmen sollte, erübrigt sich hier die Meinung eines Angestellten von Goldmann Sachs mangels Glaubwürdigkeit.......

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