Grenzen verwischen
Hedge-Fonds drängen in neue Segmente

Im Asset Management verwischen die Grenzen zwischen alten und neuen Produkten immer stärker.

FRANKFURT/M. Auf der einen Seite setzen klassische Investmentfonds für ihre Anlagestrategie immer häufiger auf moderne derivative Finanzinstrumente, die bisher vor allem zum Handwerkszeug der Hedge-Fonds gehörten (siehe Handelsblatt vom 24. Februar 2005). Andererseits drängen immer mehr Hedge-Fonds jetzt in Bereiche der globalen Finanzwelt, die bisher vor allem von Private-Equity-Gesellschaften besetzt worden waren.

Sowohl in den USA als auch in Europa hatten in jüngster Zeit einige Hedge-Fonds, die auf Aktienmärkte spezialisiert sind, bei Übernahme- und Fusions-Transaktionen Seite an Seite mit den zum Teil sehr aggressiv agierenden Private-Equity-Gesellschaften Aktien solcher Übernahme-Kandidaten gekauft. Das Interesse von Hedge-Fonds am Markt für außerbörsliche Unternehmensbeteiligungen – Private Equity also – dürfte zunächst wohl auf einige Nischenmärkte konzentriert bleiben. „Dies bietet sich vor allem bei so genannten Leveraged Buyouts an“, sagt Lars Jäger von der schweizerischen Partners Group.

In der Regel stünden die Interessen von Hedge-Fonds und Private- Equity-Unternehmen nicht im Einklang. Hedge-Fonds seien zur Umsetzung ihrer Strategien in der Regel auf möglichst liquide Märkte angewiesen, an denen sie ihre Positionen rasch bewegen – also kaufen und verkaufen – können, sagt Jäger. Demgegenüber seien Investments von Private-Equity-Firmen in Unternehmen meist auf den längerfristigen Erfolg zum Beispiel durch die Restrukturierung des Unternehmens ausgerichtet.

Was Hedge-Fonds zu ihrem Ausflug in für sie bislang eher fremde Gefilde veranlasst, ist die Tatsache, dass die Erschließung von Renditequellen an den internationalen Finanzmärkten für die Hedge-Fonds immer schwerer falle.

Im ersten Quartal 2005 wiesen auf Aktien fokussierte Hedge-Fonds nach Angaben des Indexberechners HFR einen Verlust von 1,4 Prozent aus. Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass sich die Volatilität – also die Messlatte für das Ausmaß der Kursfluktuationen – auf historisch niedrigem Niveau befindet. Hedge-Fonds verdienen mit Aktien vor allem dann, wenn größere Kursschwankungen auftreten, da sie auf steigende und fallende Kurse spekulieren können.

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