Griechenlandkrise
Grexit schadet Übernahme- und Fusionsplänen

Ein Grexit könnte Fusionen und Übernahmen im Volumen von über einer Billion Euro gefährden, so das Ergebnis einer neuen Studie aus England. Auch europäische Aktienkurse und Anleihen dürfte ein Grexit demnach belasten.
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LondonDie Auswirkungen eines Ausscheidens Griechenlands aus dem Euroraum könnten künftige Fusionen und Übernahmen im Volumen von bis zu 1,4 Billionen Dollar (1,27 Billionen Euro) verhindern, schreibt die Anwaltskanzlei Baker & McKenzie in einer Studie.

Ein ungeordneter „Grexit“ mit ungehinderten Auswirkungen auf die weltweiten Märkte könnte in Europa ohne Großbritannien im nächsten Jahr Transaktionen im Volumen von rund 250 Milliarden Dollar abwürgen, so die Studie, die auf Finanzmodelle von Oxford Economics zurückgreift.

Die Unsicherheit, die ein Ausscheiden Griechenlands verursachen würde, dürfte die Aktienkurse in Europa drücken, die Anleiherenditen für Länder wie Italien oder Spanien steigen lassen und Geschäftsvertrauen sowie Investitionen belasten.

Die USA und in China könnten ebenfalls betroffen sein, was bis 2020 zum Ausbleiben von M&A-Transaktionen im Volumen von rund 700 Milliarden Dollar in beiden Ländern führen könnte. Ein gut gesteuertes Ausscheiden aus dem Währungsraum wäre in dem Fünf-Jahres-Zeitraum weniger schädlich; in diesem Fall würde die M&A-Aktivität in der Region ohne Großbritannien nur um zwei Prozent zurückgehen.

Trotz heftiger Verluste bei Aktien, die als ansteckungsgefährdet gelten, bleibt die Stimmung auf dem Markt für Fusionen und Übernahmen optimistisch. Die weltweite M&A-Aktivität steht davor, erstmals seit 2007 die Drei-Billionen-Dollar-Marke zu knacken, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen.

Trotz der Unsicherheit gelingen auch griechischen Unternehmen Transaktionen. Die britische Private-Equity-Gesellschaft BC Partners vereinbarte am 3. Juni den Erwerb eines Mehrheitsanteils am Athener Pharmaunternehmen Pharmathen. Und eine informierte Person berichtete im Juni, dass das griechische Medienunternehmen Antenna Group in frühen Verhandlungen über den Erwerb der türkischen Karnaval Media Group stehe.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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