Größte repräsentative Investoren-Befragung gestartet
Anleger rechnen mit stärkerem Euro

Deutschlands Anleger erwarten, dass der Euro-Kurs steigt. Sie gehen mehrheitlich davon aus, dass die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar bald wieder an Wert gewinnen wird. Das ist das Ergebnis der bundesweit größten repräsentativen Anleger- Umfrage, die das Düsseldorfer Meinungsforschungsinstitut AMR im Auftrag der Investmentbank HSBC Trinkaus & Burkhardt in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt gestartet hat. Einmal monatlich werden künftig Anleger zu brisanten Themen der Finanzmärkte befragt.

DÜSSELDORF. Der ersten Umfrage zufolge rechnen 57 % der 500 nach repräsentativen Gesichtspunkten ausgewählten Anleger mit steigenden Kursen, 43 % gehen von fallenden Euro-Notierungen aus. Die Stichprobe erfolgte aus 60 000 Haushalten der höheren Einkommens- und Bildungsschicht, nach Regionen, Ortsgrößen und Wahlbezirken geordnet.

Euro-bullish sind besonders jüngere Anleger zwischen 18 und 29 Jahren. Bei ihnen sind die Erwartungen, dass der Euro steigt – sogar über ein Niveau von 1,30 $ –, am stärksten ausgeprägt. Auffällig ist aber, dass insgesamt weniger als ein Drittel (28 %) der Befragten einen Euro-Kurs über 1,30 $ erwartet. Hingegen halten 72 Prozent solche Notierungen für unrealistisch. Offenbar ist die Marke, an die der Euro noch im Februar kratzte, nach dem rasanten Fall für viele Anleger in weite Ferne gerückt. Nach einem rasanten Anstieg des Euros um rund 50 % in den vergangenen zwei Jahren war dieser in den vergangenen zwei Monaten von knapp 1,30 Dollar um gut zwölf Cent gefallen. Ursache sind das starke Wirtschaftswachstum in den USA, das immer mehr Investoren anlockt, aber auch Spekulationen auf höhere US-Zinsen. Dadurch werden Anlagen in den USA gegenüber denen im Euro-Raum attraktiver.

Die Erwartung, dass die jüngste Euro-Schwäche stoppen wird, deckt sich mit der Umfrage des Fondsresearchhauses Morningstar. Demnach rechnen die 60 weltweit befragten Fondsmanager damit, dass der US-Dollar nicht länger von Spekulationen über höhere Zinsen profitieren wird. Als Grund äußern die Profis, die zusammen mehr als 50 Mrd. Euro verwalten, große wirtschaftliche Ungleichgewichte in den USA, etwa das Haushalts- und Leistungsbilanzdefizit.

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