Größtes Potenzial soll Euroland bieten
Union Investment rechnet mit steigenden Kursen

Die genossenschaftliche Fondsgesellschaft Union Investment rechnet ab dem dritten Quartal aufgrund zunehmend positiver Konjunkturdaten vor allem aus den USA mit steigenden Kursen an den Aktienmärkten.

vwd GEORGENTHAL. „Bedenklich stimmt uns allerdings das nur langsame Umsatzwachstum bei den Unternehmen“, sagte Jens Wilhelm, Geschäftsführer bei der Union Investment Privatfonds, am Samstag auf einer Presseveranstaltung in Georgenthal. Deshalb sei nur mit einem langsamen Anstieg bei den Unternehmensgewinnen zu rechnen.

Fundamental könne noch nicht von einer Trendwende bei den Unternehmen ausgegangen werden. Voraussetzung hierfür sei der Niederschlag einer wirtschaftlichen Erholung in der Berichterstattung der Unternehmen. „Entscheidend sind deshalb die Ausblicke der Unternehmen bei der anstehenden Earnings-Saison“, sagte Wilhelm weiter.

Das größte Potenzial sehen die Union-Manager wegen der günstigen Bewertung am deutschen Aktienmarkt und in Euroland. Der Faire Wert des Dax liege bei 3 600 Indexpunkten, den Fair Value beim Euro-Stoxx-50-Index taxieren sie auf 2.700 Zähler. Der S&P-500 sei bei 1.050 Punkten und der Nikkei-225 bei 10 000 JPY fair bewertet. Auch eine Erholung in Japan sei absehbar. „Wir haben unsere Japan-Positionen im ersten Halbjahr aufgestockt, die Zwangsverkäufe institutioneller Investoren werden im dritten Quartal zu Ende gehen“, erklärte der Geschäftsführer weiter.

Auch wenn die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bis Ultimo 2003 auf 4,2 Prozent steigen könnte, sieht Union-Geschäftsführerin Anja Mikus derzeit noch keine Anzeichen für eine Zinswende. Diese sei erst bei steigenden Inflationsraten zu erwarten. Wegen der skeptischen Beurteilung der Wachstumsperspektiven für Europa schätze sie das Potenzial von Euroland-Anleihen größer ein als bei US-Renten. „Die Fundamentaldaten sprechen nicht für eine nachhaltige Erholung“, sagte Mikus weiter. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit, geringer Konsumentennachfrage und eines starken Euro sei das Rentenumfeld in Euroland bis Jahresende günstig. Bis dahin erwarte Mikus einen Eurokurs zwischen 1,18 bis 1,20 Dollar.

In den USA wertet die Rentenexpertin das steigende Verbrauchervertrauen dagegen als „Silberstreif am Horizont“. Deflationsgefahren sehe sie in den USA nicht. Mittelfristig stelle die beschleunigte Schuldenexpansion der privaten US-Haushalte allerdings eine Gefahr für den Konsum dar, der rund zwei Drittel des US-BIP ausmache.

Kein Ende der Flaute an den Immobilienmärkten sieht die Union-Investment-Tochter DIFA für dieses Jahr. Die Performance des auf Deutschland und Euroland ausgerichteten DIFA-Fonds Nr.1 werde auf 2,8 bis 3,2 Prozent von 4,2 Prozent 2002 zurückgehen, prognostizierte DIFA-Vorstand Frank Billand. Die Wertentwicklung bei DIFA-Grund werde bei 3,9 (4,7) Prozent liegen. Die freie Liquidität beim DIFA-Grund liege derzeit bei 38,6 Prozent, die Quote beim DIFA 1 betrage 25,6 Prozent. Mit einer Trendwende rechnet die DIFA allerdings bereits ab 2005.

Die DIFA setze auf eine Steigerung des Auslandsanteils in beiden Fonds. Bis 2008 sollten nur rund 25 Prozent der neuen Investments in Deutschland angelegt werden. 55 Prozent sollten in Europa und 20 Prozent in den USA und im asiatisch-pazifischen Raum investiert werden. Es sei derzeit noch nicht entschieden, ob die Gesellschaft einen weiteren Auslands-Immobilienfonds auflegen werde. Hierbei müsse die Problematik der hohen Mittelzuflüsse und die eher konservative Anlegerstruktur bei Immobilienfonds bedacht werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%