Großaktionär Menatep strengt mehrere Verfahren an – Sammelklage in den USA könnte privaten Investoren nutzen Wenig Hoffnung für Yukos-Anleger

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Der undurchsichtige Finanzkonzern Menatep hat jedem einen „lebenslangen juristischen Krieg“ angekündigt, der sich an Yukos heran wagt. Diese Drohung setzt Aufsichtsratschef Tim Osborne nun um. Die internationale Anwaltskanzlei Shearman & Sterling verklagte den russischen Staat im Rahmen des internationalen Vertragswerks der Energie-Charta auf 28,3 Mrd. Dollar Schadensersatz. Die russische Seite ernannte ihrerseits einen Unterhändler. „Dass die Russische Föderation eine internationale Kanzlei als Rechtsvertreter ernennt und einen international erfahrenen Unterhändler entsendet, zeigt, dass sie dieses Verfahren sehr ernst nimmt“, teilte Yukos-Anwalt Emmanuel Gaillard mit. Die Energie-Charta ist ein internationales Regelwerk für die Energiebranche, das auch Russland anerkannt hat. Gemeinsam mit einer weiteren Klage des Yukos-Pensionsfonds Veteran Petroleum steht Russland Schadensersatzforderungen von 33,1 Mrd. Dollar gegenüber.

Vor kurzem kündigte Osborne noch radikalere Schritte an: Er will hochrangige Regierungsmitglieder wegen Verstoßes gegen US-Regeln zum Insiderhandel verklagen. Die Yukos-Börsennotiz in den USA ermögliche eine Anklage nach US-Gesetzen, sagte Osborne der Publikation „The Business“. Falls Menatep ein Insider-Verfahren vor einem internationalen Gericht einleitet, könnte dies westlichen Anlegern eventuell nutzen. Denn in den USA existiert das Instrument der Sammelklage.

„Wenn die Sammelklage in den USA nicht auf amerikanische Aktionäre beschränkt ist, könnten sich auch deutsche Anleger daran beteiligen“, sagt Bernd Jochem, Anwalt bei der Kanzlei Rotter in München. Darin stimmt er mit Marc Tüngler, Landesgeschäftsführer NRW der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), überein. Deutsche Privatanleger sollten abwarten und „auf eine Sammelklage in den USA hoffen“, rät Tüngler. Wesentlich pessimistischer ist Cyprus Golpayegani, Fondsmanager bei Raiffeisen Capital Management in Wien: „Dieses Geld werden die Anleger wohl nicht mehr sehen“, sagt er.

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