Großaktionär Menatep strengt mehrere Verfahren an – Sammelklage in den USA könnte privaten Investoren nutzen
Wenig Hoffnung für Yukos-Anleger

Anleger, die russische Yukos-Aktien gekauft hatten, stehen weltweit vor einem Scherbenhaufen. Seit dem Höchststand von 57,60 Euro am 17. Oktober 2003 sind etwa die Yukos-Papiere in Frankfurt um rund 97 Prozent eingebrochen.

MOSKAU/NEW YORK. Im Ausland konnten die Titel nur als American Depositary Receipts (ADR/Ersatzwertpapiere) erworben werden. Viele Anleger hofften bis zuletzt, dass die Liquidierung eines der profitabelsten russischen Privatunternehmen noch abgewendet werden würde und hielten ihre Titel. Heute fragen sie sich, ob es noch Hoffnungen gibt, wenigstens einen Teil des Geldes zu retten. Doch Experten winken ab.

Der Fall der Yukos-Aktie wurde durch die Zwangsenteignung und Zerschlagung des Ölriesen durch den russischen Staat ausgelöst. Der Staat hatte Steuernachforderungen in Milliardenhöhe erhoben. Als Folge davon wurde die wichtigste Fördertochter Yuganskneftegaz (YNG) zwangsversteigert. Yukos-Gründer Michail Chodorkowskij befindet sich in Haft und wartet in diesen Tagen auf sein Urteil.

Yukos-Anleger, darunter internationale Fondsgesellschaften wie Axa Investments, Deka und Union, haben bereits vergeblich an die russische Regierung appelliert, den Ölkonzern zu retten und alle Maßnahmen nach rechtsstaatlichen Prinzipien durchzuführen. Eine Antwort aus dem Kreml blieb aber dem Vernehmen nach bis heute aus.

Doch ganz haben sich die Aktionäre noch nicht mit dem Totalverlust abgefunden. Aktiv ist zurzeit der größte Yukos-Aktionär, die auf Gibraltar registrierte Menatep-Gruppe um Chodorkowskij. Die Gruppe hat vor kurzem in London Klage gegen den staatlichen Ölkonzern Rosneft eingereicht. Dieser hatte YNG für die Hälfte des von westlichen Banken ermittelten fairen Wertes erworben und soll die mit YNG-Öl besicherten Kredite begleichen. Dabei geht es um gut 1,6 Mrd. Dollar, die Menatep und ein Bankenkonsortium – u.a. Société Générale, Deutsche Bank und Commerzbank – an Yukos gegeben hatten. Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof bestätigte zudem, dass er einer Yukos-Klage wegen ungerechtfertigt harter Steuernachforderungen im Eilverfahren nachgehen wird.

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