Großanleger spekulieren auf hohe Erträge durch Sanierungserfolge von Banken und Versicherungen
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An den europäischen Aktienmärkten findet nach Analysteneinschätzung ein Favoritenwechsel statt: Anleger ordern verstärkt die Titel von Banken und Versicherern und wenden sich von den bislang bevorzugten Branchen Energieversorger und Automobilhersteller ab. Finanzwerte haben sich in den vergangenen Monaten bereits erheblich besser entwickelt als der gesamte Markt.

DÜSSELDORF. „Wir haben einen Wechsel der Favoriten in Richtung Finanzwerte“, sagt Volker Borghoff, Marktstratege bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die Aktienkurse von Versorgern und Automobilherstellern fielen bereits wieder. Auch Achim Matzke, Aktienstratege der Commerzbank, bestätigt den Trend. Vor allem Titel von Versicherungen würden momentan stark nachgefragt, sagt er. Die Investmentbank Credit Suisse First Boston hob ihre Einstufung des Sektors wegen der günstigen Bewertung der Aktien auf „übergewichten“ an. Als aussichtsreich stuft die Bank Münchener Rück, Swiss Re, PartnerRe, AIG, Aviva, Allianz, ING und MetLife ein.

Beschleunigt wird der Schwenk in den Portfolios durch die sehr guten Quartalsergebnisse europäischer Banken und durch lebhafte Fusions- und Übernahmespekulationen in der Branche. In der vergangenen Woche hatten in Deutschland die Commerzbank und die Deutsche Bank die Märkte mit hohen Gewinnsteigerungen überrascht. Die Sanierungsbemühungen tragen offensichtlich Früchte.

Die Banken wachsen vor allem im Geschäft mit Aktienderivaten. Bei der Commerzbank kamen im vergangenen Quartal mehr als 80 Prozent des Gewinns aus der Handelsabteilung. Die Analysten von Morgan Stanley erwarten, dass der Bereich in der gesamten Branche auch im kommenden Jahr Wachstumstreiber sein wird. Nach einem Wachstum des Derivategeschäfts um 18 Prozent in diesem Jahr rechnen die Experten für 2006 mit einem Zuwachs von zehn Prozent. Von dieser Marktentwicklung dürfte nach Ansicht vieler Beobachter vor allem die französische Société Générale profitieren, die mit einem Marktanteil von 14 Prozent weit vor der Konkurrenz liegt. Andere große Akteure im Derivatemarkt wie die Deutsche Bank, Credit Suisse und UBS kommen laut Morgan Stanley auf höchstens zehn Prozent.

Wegen der positiven Aussichten setzt Nils Bartram, Fondsmanager des Haig Equities Value Invest Fonds der Privatbank Hauck & Aufhäuser, stark auf Finanzwerte. Auf Jahressicht gehörte Bartram mit einer Wertsteigerung von knapp 38 Prozent zu den Spitzenreitern bei den Europa-Fonds. Er hält im Bereich der Versicherungen nicht nur die Allianz, sondern auch AGF und Fortis für viel versprechend.

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