Große Wall-Street-Häuser rechnen mit Dollar-Abwertung und raten von US-Wertpapieren ab
Zinswende in den USA birgt Risiken für Investoren

Die Wende in der Zinspolitik der US-Notenbank (Fed) birgt Gefahren für die Depots vieler Anleger. Das gilt nach Ansicht führender Ökonomen der großen Wall- Street-Häuser vor allem dann, wenn der Fed der Balanceakt misslingt, die anziehende Inflation einzudämmen, ohne die konjunkturelle Erholung abzuwürgen.

FRANKFURT/M. Wegen der daraus folgenden Ungewissheit raten die Experten, Dollar-Anlagen zu meiden. Viele Fondsgesellschaften und andere Großinvestoren haben einen großen Teil ihres Geldes in Dollar investiert.

Jim O’Neill, Chefvolkswirt von Goldman Sachs, macht sich große Sorgen um die US-Verbraucher. Er hält sie für sehr anfällig für steigende Zinsen, weil sie in den letzten Jahren viel ausgegeben haben und hoch verschuldet sind. Das spricht aus seiner Sicht für eine sehr maßvolle und langsame Zinsanhebung durch die Fed. Die Inflationssorgen der Märkte würden diese andererseits aber wahrscheinlich zwingen, entschlossenes Handeln zu demonstrieren. Zudem müsse die Fed gewährleisten, dass weiterhin sehr viel Kapital in die USA ströme, um das hohe Defizit im Außenhandel zu finanzieren. Dafür müssten ausländischen Investoren attraktive Renditen geboten werden.

„Keine Konjunkturerholung seit dem Zweiten Weltkrieg hat bei einem Leistungsbilanzdefizit von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts begonnen“, warnt auch John Llewellyn, Chefvolkswirt der Investmentbank Lehman Brothers. Ebenso wie O’Neill geht er wegen des Leistungsbilanzdefizits, also der starken Abhängigkeit von ausländischem Kapital, davon aus, dass der Dollar weiter abwerten und der Euro über 1,30 Dollar steigen wird – wenn alles gut geht. Das größte Risiko sehen beide darin, dass die Kapitalströme in die USA versiegen. Das könnte zum Dollar-Crash und zur Rezession führen. Beide sind deshalb in ihrer Empfehlung einig, Dollar-Anlagen zu meiden.

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