Großinvestor
Warren Buffett entdeckt die USA neu

Warren Buffett lässt in den Trümmern der Subprime-Krise nach lukrativen Investments suchen. Der Investor ist ein Gewinner der Krise: Bereits in den letzten Monaten hat seine Firmengruppe Berkshire Hathaway Inc. kräftig eingekauft. In Europa interessiert er sich besonders für Versicherer.

MÜNCHEN. Anleger-Legende Warren Buffett entdeckt in Amerika neue Investitionschancen. „Die Subprime-Krise hat den amerikanischen Markt für uns wieder interessanter gemacht“, sagte Manfred Seitz, Geschäftsführer von Buffetts Berkshire Hathaway Reinsurance Group für Kontinentaleuropa, dem Handelsblatt. Zusätzlich hat Seitz die Aufgabe übernommen, sich für Buffett nach interessanten Übernahmezielen in Europa umzuschauen. Hier hält er unter anderem Versicherer von den Bewertungen her für lukrativ. Bisher hatte Buffett im Euro-Raum sogar mehr Chancen als im Heimatmarkt gesehen.

Die vom US-Markt für zweitklassige Hypotheken (Subprime) ausgehende Finanzkrise hat die Kurse zahlreicher Aktiengesellschaften unter Druck gesetzt – insbesondere in den USA. Gleichzeitig verteuert die schwierige Lage an den Kreditmärkten die Finanzierung von Übernahmen. Darunter leiden zum Beispiel Private-Equity-Fonds, die ihre Deals üblicherweise auf Kredit finanzieren.

Aus jeder Krise gehen jedoch Krisengewinnler hervor – Buffett ist einer der bekanntesten. Für den reichsten Mann der Welt sind Finanzierungsprobleme kein Thema. Im Gegenteil, die Situation ist ganz nach seinem Geschmack. Sein Credo lautet: „Kaufe günstig und verkaufe nie!“ Mit der Firmengruppe Berkshire Hathaway Inc. kann er sich diese Einstellung leisten. Sie verfügt über 44 Mrd. Dollar Barreserven. Dabei hat die wertvollste Aktiengesellschaft der Welt in den vergangenen Monaten bereits kräftig eingekauft („Das Imperium“).

Auch wenn laut Seitz der Fokus „nicht mehr absolut auf dem Euro-Raum“ liegt, „weil in den USA vieles im Fluss ist, sind wir in Europa an Akquisitionen interessiert“. Dabei betont er: „Berkshire ist kein Jäger, wir haben Zeit und sind schon gar nicht an feindlichen Übernahmen interessiert.“ Dabei strebt Buffett vorrangig einvernehmliche Vollübernahmen an. Seitz hält „so nebenher“, wie er bescheiden formuliert, Ausschau nach günstig bewerteten Unternehmen. Dabei ist er weder an ein finanzielles Limit gebunden noch regional oder auf bestimmte Branchen fixiert.

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