Gute unabhängige Fondsmanager schlagen den Markt
Aktienerträge durch solide Strategie

Verkehrte Welt: Seit zwei Jahren steigt der Dax - und trotzdem laufen die Anleger davon. Schade, denn die besten unabhängigen Fondsmanager fahren für ihre Privatkunden ordentliche Gewinne ein.

Die Profis fahren den Gewinn ein und reiben sich verwundert die Augen: Seit dem Frühjahr 2003 ist der Dax von 2202 Zählern auf fast 4800 geschossen. Doch anders als die Profis meiden Privatanleger Aktien und Aktienfonds wie der Teufel das Weihwasser. Stattdessen gehen sie, verschreckt vom einstigen Börsendesaster, auf Nummer sicher und schaufeln ihre Sparbeträge in Fonds mit festverzinslichen Wertpapieren. Allein im ersten Halbjahr 2005 zogen die Anleger 3,1 Milliarden Euro aus Aktienportfolios deutscher Fondsgesellschaften ab und investierten 16,6 Milliarden Euro in die Rentenfonds. Noch bringen gute Anleihenfonds zwar sieben, vielleicht acht Prozent pro Jahr. Aber die Zinswende wird irgendwann auch in Europa kommen. Dann dürften die Kurse der Rentenpapiere in den Keller gehen. Da sind renditestarke Aktien eine sinnvolle Ergänzung im Depot.

Die einfachste Lösung: ein Indexzertifikat kaufen. Das ist nie schlechter als der Markt - aber auch nie besser. Ein bisschen mehr darf es schon sein. Das gilt auch für die Qualität der Fondsmanager: Die nötige Mischung aus Analyse und Gespür beweist nur, wer sowohl in der Baisse als auch in der Hausse besser abschneidet als der Marktdurchschnitt. "Den können nur solche Portfolioverwalter schlagen, die laut den Vorgaben ihres Arbeitgebers investieren dürfen, ohne sich streng an die Zusammensetzung eines Aktienindex zu halten", sagt Eckhard Sauren, Dachfondsmanager bei Sauren Finanzdienstleistungen in Köln. Freigeister mit Mut zur eigenen Aktienmeinung finden sich eher unter unabhängigen Vermögensverwaltern als bei milliardenschweren Publikumsfonds großer Finanzkonzerne, die Standardwerte schon wegen deren Marktgewicht oder der Hauspolitik kaufen müssen.

Unabhängigkeit allein garantiert noch keinen Erfolg. Nicht jeder beherrscht es über Jahre, erfolgreich die Gewinneraktien herauszupicken (Stockpicking). Zu den wenigen gehören Portfolioverwalter wie Tobias Klein, Hendrik Leber, Frank Lingohr oder Heinrich Morgen. Die vier verbindet ihre Disziplin in der Aktienauswahl - und dass sie ihre Entscheidungen gern von Computermodellen bestätigen lassen. Emotionen schalten sie weit gehend aus. Sie schnappen sich zwar nicht jede Kursspitze, sind dafür aber über fünf oder mehr Jahre gerechnet dem Markt um mehr als nur eine Nasenspitze voraus - zu vergleichbaren Kosten, die auch renditeschwächere Konkurrenten ihren Kunden in Rechnung stellen.

Hier mehr über die Portfolioverwalter:

» Heinrich Morgen
Morgen Portfolio AG, Oberursel

» Hendrik Leber
Acatis Anlageberatung, Frankfurt

» Frank R. Lingohr
Lingohr & Partner Asset Management, Erkrath

» Tobias Klein
First Private Investment, Frankfurt

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 30 vom 21.07.2005 Seite 86 - 89

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