Halbjahresbilanz: Aussichten für Anleger
Aktien glänzen

Ungeachtet der jüngsten Turbulenzen blicken Anleger an den Aktienmärkten auf ein sehr erfolgreiches Halbjahr zurück. Fast überall auf der Welt legten die Kurse seit Anfang Januar zu; viele Indizes stiegen mit zweistelligen Raten. Auch für die zweite Jahreshälfte sind die Fachleute optimistisch gestimmt.

FRANKFURT. Als besonders lukrativ erwiesen sich erneut die Märkte in den aufstrebenden Volkswirtschaften (Emerging Markets). Allerdings hat sich das Interesse der Anleger verschoben: Standen in den vergangenen Jahren vor allem Brasilien, Russland, Indien und China im Fokus, fließt jetzt zunehmend Kapital in andere Schwellenländer. Auch Privatanleger tragen dazu bei: Angelockt durch griffige Formeln wie „Next Eleven“ oder „Third Wave“, investierten sie im ersten Halbjahr viel Geld in Schwellenländer-Fonds oder -Zertifikate – und trieben die Kurse damit zusätzlich an.

Unter den größten Kursgewinnern im ersten Halbjahr finden sich exotische Länder wie Nigeria, Botswana oder Pakistan. Mit Abstand das höchste Plus erzielten Anleger aber in der Ukraine, wo sich der PFTS-Index binnen sechs Monaten verdoppelte. Die ehemalige sowjetische Republik rückt im Zuge der nächsten Phase der Ost-Expansion ins Blickfeld europäischer Konzerne und Investoren. Auch die anstehende Aufnahme in die Welthandelsorganisation (WTO) und die Perspektive auf einen EU-Beitritt sorgen für Kursphantasie.

Die könnte an der chinesischen Börse nach Meinung vieler Experten vorerst raus sein. Nach gut 85 Prozent Plus im ersten Halbjahr mehren sich die Warnungen vor einer Spekulationsblase in Schanghai und Shenzhen. Die zunehmende Häufung kurzfristiger Kurseinbrüche an Chinas Börsen verstärkt diese Sorge. Die Angst, dass ein Rückschlag in China auch die anderen internationalen Börsen in einen Abwärtsstrudel ziehen könnte, hat sich mittlerweile hingegen gelegt: „Der chinesische Markt verstärkt die Volatilität, löst aber keinen Dominoeffekt aus“, erwartet William de Vijlder, Chef-Anlagestratege von Fortis Investments.

So überwiegt bei den Experten nach wie vor der Optimismus, dass dem positiven ersten Halbjahr an den führenden Börsen ein gutes zweites folgen wird. Auch für deutsche Aktien sind die Prognosen günstig. Die Deutsche Bank etwa sagt für Ende 2007 einen Dax-Stand von 8 500 Punkten voraus. Bereits im ersten Halbjahr hatte sich der deutsche Leitindex mit einem Plus von rund 20 Prozent sehr stark präsentiert und die Aktien-Barometer an den anderen weltweiten Leitbörsen klar abgehängt.

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