Handelsblatt Insider-Barometer
Dax-Vorstände in Kauflaune

BASF, Deutsche Bank, Eon, Münchener Rück, SAP, Thyssen-Krupp, Tui – und jetzt Bayer und RWE: Die Liste der Dax-Unternehmen, bei denen in den vergangenen zwei Monaten Top-Manager Aktien des eigenen Hauses gekauft haben, wird immer länger. Neuester Fall: Bei dem Versorger RWE haben alle sieben Vorstände Kauforders erteilt.

FRANKFURT. „Eine solche Konstellation gab es lange nicht“, sagt Olaf Stotz vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) der RWTH Aachen. Grund dafür ist, dass Aktienoptionsprogramme gerade bei Dax-Unternehmen einen großen Teil der Vergütung darstellen. Wenn Top-Manager dann noch über die Börse Aktien kaufen, gilt dies als Indikator für weiter steigende Kurse. Hintergedanke dabei: Die Insider verfügen gewöhnlich über deutlich bessere Unternehmensinformationen als der Rest der Aktionäre.

Das auf diesen Käufen basierende Insiderbarometer, das das Fifam in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking exklusiv für das Handelsblatt alle zwei Wochen berechnet, hat sich zuletzt zwar leicht von 101 auf 105 Punkte verbessert, befindet sich allerdings noch immer im neutralen Bereich. Das heißt, Käufe und Verkäufe halten sich in etwa die Waage. Dass dies trotz der Käufe bei den Dax-Werten so ist, liegt an etlichen markanten Verkäufen bei den Nebenwerten. In das Insider-Barometer gehen neben den Transaktionen der Dax-Manager auch die Orders aus MDax, TecDax und SDax ein. Da sich die Aktien dort zuletzt deutlich besser als im Dax entwickelt haben, verwundert es nicht, dass gerade bei den sehr gut gelaufenen Werte wie Conergy, MTU Aero Engines und Escada Top-Manager oder mit ihnen verbundene Gesellschaften Gewinne mitgenommen haben.

Bei RWE, wo hingegen zuletzt alle sieben Vorstände Aktien gekauft haben, wertet dies das Gros der Analysten als Bestätigung ihrer Kaufempfehlung. Zumal die Aktie derzeit mit einem Abschlag von 20 Prozent gegenüber Vergleichswerten der Branche gehandelt wird. „Das erscheint in dieser Höhe nicht gerechtfertigt“, heißt es von Commerzbank Private Banking. Hinzu kommt, dass zwischen Bundesumwelt- und Wirtschaftsministerium ein Kompromiss zu CO2-Bestimmungen bei der Braunkohleverstromung gefunden wurde, der Planungssicherheit schafft.

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