Handelsblatt testet
Wo das Depot besonders günstig ist

Bei Geldhäusern zahlen Anleger mitunter mehrere hundert Euro im Jahr für ihr Depot. Online-Broker sind deutlich günstiger. Ein Vergleich von FMH zeigt, welcher Broker der richtige für welchen Investorentyp ist.
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KölnEs ist mittlerweile fünf Jahre her, dass die Leitzinsen in der Eurozone höher lagen als ein Prozent. Seit einiger Zeit liegen sie sogar bei null. Sparbücher und Girokonten, ohnehin nie eine sonderlich renditeträchtige Anlageform, sind durch die Niedrigzinsen zu Geldvernichtern geworden. Immer mehr Anleger fassen sich deshalb ein Herz und greifen zu Aktien.

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Aktienbesitzer in Deutschland um 560.000, berichtet das Deutsche Aktien-Institut (DAI). Das entspricht einem Plus von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Offensichtlich wird Anlegern zunehmend bewusst, dass Aktieninvestments zwar kurzfristig mit merklichen Kursausschlägen verbunden sein können, diese Schwankungen aber langfristig zugunsten einer attraktiven Rendite in den Hintergrund treten“, heißt es vom DAI.

Im laufenden Jahr könnte die Zahl der Aktienbesitzer weiter steigen. Denn während die Leitzinsen im Jahresverlauf erneut gesunken sind und Sparer nichts zu lachen haben, sind die Kurse vieler Aktien gestiegen.

Wer Wertpapiere kaufen will, braucht ein Depot. Das ist bei einem Online-Broker in der Regel deutlich günstiger als bei einer Filialbank oder Sparkasse. Anbieter im Internet verlangen üblicherweise keine Depotgebühren.

Bei Banken und Sparkassen können diese pro Jahr bis zu mehrere hundert Euro betragen, je nach Größe des Vermögens – ohne dass die Institute mehr leisten würden als Online-Broker. „Anleger bekommen von der Bank einmal jährlich einen Depotauszug. Das war’s“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Auch die Ordergebühren fallen bei Online-Brokern meist deutlich geringer aus als bei herkömmlichen Banken und Sparkassen. „Für Anleger, die viel handeln, sind niedrige Ordergebühren besonders wichtig“, sagt Nauhauser.

Anleger sollten die Kostenfrage nicht vernachlässigen, mahnen Verbraucherschützer. Denn je mehr Geld man an die Depotbank zahlt, desto weniger fließt in die Geldanlage und desto niedriger fällt am Ende deren Wertzuwachs aus. Hohe Ordergebühren knabbern ebenfalls an der Rendite.

Auch bei Online-Brokern sollten Investoren deshalb darauf achten, einen günstigen Anbieter zu wählen. Das ist allerdings gar nicht so einfach. Denn die Kosten für Wertpapierorders hängen von mehreren Faktoren ab: von der Zahl der Orders, ihrem Volumen und der Höhe des Vermögens. Einige Online-Broker bieten mittlerweile Flatrates an. Kunden zahlen dann einen fixen Betrag pro Monat oder pro Jahr. Auch hier sollten Investoren durchrechnen, ob sich die Angebote für sie lohnen.

Die FMH Finanzberatung hat für das Handelsblatt die Konditionen von 17 Online-Brokern verglichen. Das Ergebnis: Es gibt nicht den besten Broker für alle. Je nachdem, wie viel Geld Kunden im Depot haben und wie aktiv sie handeln, liegen unterschiedliche Anbieter vorn.

Eines haben sie allerdings gemeinsam: Im Vergleich zu Filialbanken und Sparkassen schneiden sie gut ab. Um das zu illustrieren, gibt FMH zusätzlich die Konditionen in der Filiale der Frankfurter Sparkasse an. Vermögende Kunden, die wenig handeln, zahlen dort pro Jahr 800 Euro für Depotführung und Orders. Beim günstigsten Online-Broker zahlen sie dagegen nur 35,40 Euro. Selbst der teuerste Broker ist mit Gesamtkosten von 150 Euro pro Jahr immer noch weit günstiger.

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