Hebelprodukte
Wetten auf Kursschwankungen

Bisher waren so genannte „Contracts for Difference (CFDs)“ ein Nischenprodukt. Anleger spekulieren mit solchen Derivaten außerbörslich auf kurzfristige Kursveränderungen, nach oben wie auch nach unten. Jetzt will der CFD-Anbieter CMC Markets die bisher wenig beachteten Hebelprodukte aus der Nische rausholen.

FRANKFURT. Der deutsche Ableger des britischen Finanzhauses startet ein neues Angebot für konservativere Anleger. Im Gegensatz zum üblichen „Trading-Account“, ein Händler-Konto, auf dem Anleger Kursgewinne – aber auch -verluste – von Aktien, Indizes, Währungen oder Rohstoffen bis zum Hundertfachen hebeln können, beträgt der maximale Hebel beim neuen „Investment Account“ (Anleger-Konto) lediglich vier. Zudem entfällt die Nachschusspflicht, falls Verluste das Guthaben des Anlegers auf seinem Konto übersteigen.

Die Hebelwirkung entsteht bei den CFDs dadurch, dass Anleger nicht den kompletten Preis des Basiswertes bezahlen müssen, sondern nur einen Bruchteil davon als Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegen. Bei Indizes wie dem Dax beträgt diese Margin gerade einmal ein Prozent, den Rest schießt der CFD-Broker quasi als kurzfristigen Kredit zu. Im Gegenzug berechnet er dem Anleger Zinsen für jeden Tag, am dem er seine Position offen hält.

Aufgrund der hohen Finanzierungskosten sowie der Gefahr, Geld nachschießen zu müssen, wenn die Verluste das Guthaben des Anlegers übersteigen, werden CFDs bisher fast ausschließlich von Tradern genutzt, die kurzfristig kaufen und verkaufen. Trotzdem ist der Wettbewerb hoch. Neben CMC buhlen eine Reihe anderer Anbieter wie IG Markets, E-Trade oder ABN Amro um die rund 10 000 bis 20 000 Trader in Deutschland.

Mit dem neuen Angebot will CMC Markets nun auch die breite Masse der Anleger gewinnen. Neben geringeren Hebeln und automatischen Verlustbegrenzungen senkt das Unternehmen dafür auch die Finanzierungskosten. Die Zinsen werden nur noch auf den „geliehenen“ Geldbetrag, nicht jedoch auf die Margin berechnet. Außerdem verlangt CMC nur noch einen Aufschlag von zwei Prozent auf den Tagesgeldsatz Eonia, statt vier Prozent auf dem Trading Account.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
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