Hedge-Fonds
Anleger suchen Alternativen

In Deutschland wächst das Verständnis für moderne Investments. Detlef Bierbaum, Mitinhaber des Bankhauses Sal. Oppenheim, erwartet für Hedge-Fonds und andere alternative Investmentformen den großen Durchbruch.

FRANKFURT. Alternative Investments wie Hedge-Fonds sollten einen Anteil von zehn bis 20 Prozent in den Portfolios vermögender Privatanleger einnehmen. Diese Auffassung vertritt Detlef Bierbaum, Mitinhaber des Bankhauses Sal. Oppenheim, das jetzt Beteiligungen an den britischen Hedge-Fonds-Gruppen Integrated Asset Management (27 Prozent) und Attica (49,9 Prozent) übernommen hat.

Man habe sich hierzu entschlossen, weil man für Hedge-Fonds und andere alternative Investmentformen den großen Durchbruch in Deutschland erwarte. „Das Verständnis für diese Anlageklassen wächst bei institutionellen und privaten Anlegern“, sagt Bierbaum im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das lässt sich auch an den jüngsten Zahlen des Fondsverbands BVI ablesen. Allein im Monat April dieses Jahres betrug das Mittelaufkommen für Hedge-Fonds 125,6 Mill. Euro.

Ein riesiges Potenzial für den deutschen Hedge-Fonds-Markt sieht auch Eric Syz. „Wir denken über eine stärkere Präsenz in Deutschland nach“, sagt der Gründer der auf Vermögensverwaltung und Alternativ-Investments fokussierten Bank Syz & Co mit Sitz in Genf zu dieser Zeitung. Es mangele in Deutschland jedoch an qualifiziertem Personal, sagt Syz.

Positiv zur Zukunft der bislang von Investoren nur zögerlich aufgenommenen Anlageklasse Hedge-Fonds äußert sich auch Kaj Rönnlund, Chairman und Gründer der finnisch-deutschen Hedge-Fonds-Gruppe Estlander & Rönnlund gegenüber dem Handelsblatt. „Hedge-Fonds stehen in Deutschland vor dem Durchbruch“, prognostiziert Rönnlund, dessen Unternehmen mit einer zunehmenden Nachfrage vor allem von Seiten privater Anleger rechnet. Steigende Nachfrage nach diesen innovativen Produkten, die das Portfolio-Risiko deutlich senken, erwartet Rönnlund vor allem auf Grund der Tatsache, dass die Gefahren an den Finanzmärkten in jüngster Zeit deutlich zugenommen haben. „Das geopolitische Ränkespiel hat mit dem Kampf um Rohstoffe erst begonnen“, sagt Rönnlund, der in nächster Zeit eine deutliche Zunahme der Volatilität und damit des Risikos an den Finanzmärkten erwartet.

Für Eric Syz sind die geopolitische Risiken nur ein kleiner Ausschnitt des gesamten globalen Gefahrenpotenzials für Aktien und Anleihen. Ähnlich wie Oppenheim-Mitinhaber Bierbaum äußert sich Syz, dessen Bank etwa 18 Mrd. Euro verwaltet, weiter positiv zu den Kursaussichten für Aktien. Doch ganz wohl ist Syz nach dem kräftigen Kursanstieg der vergangenen Jahre mit seiner starken Aktien-Positionierung offensichtlich nicht, weil er in gleichem Atemzuge darauf hinweist, dass die heile Börsenwelt in Gefahr sei. „Die Inflation wird für die Finanzmärkte zu einem ernsthaften Thema“, blickt der Banker in die Zukunft.

Darüber hinaus sieht er auch das starke Kreditengagement der Marktteilnehmer und den zunehmenden Einsatz von Derivaten im Welt-Finanzsystem als potenziellen Störfaktor. Für einen Vermögensverwalter stelle sich die Frage, mit welcher Anlagestrategie er auf das veränderte Risiko-Szenario reagiere. „Die Absicherung über Derivate kostet viel Geld und ist nicht immer zu empfehlen“, sagt Syz. So biete sich eine stärkere Allokation von Hedge-Fonds und anderen alternativen Investments an.



Was Alternativ-Investments leisten

Definition:Zu Alternativ-Investments zählen Private Equity, Hedge-Fonds, Immobilien, Rohstoffe. Sie stellen eine Alternative zu traditionellen Anlagearten (Aktien und Anleihen) dar.

Zielsetzung: Alternativ-Investments sollen eine möglichst geringe Korrelation zu den traditionellen Anlageklassen aufweisen. Auf diese Weise verringert sich das Risiko des Portfolios.

Vorteile: Da Hedge-Fonds sowohl auf steigende und als auch auf fallende Kurse an den Märkten setzen können, profitieren sie gegebenenfalls von positiven und negativen Börsenphasen.

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