Hedgefonds: Im Visier der Leerverkäufer

Hedgefonds
Im Visier der Leerverkäufer

Die Attacke von Spekulanten auf die Aktie des TecDax-Schwergewichtes Wirecard verunsichert Anleger. Welche Unternehmen von Hedgefonds bevorzugt angegriffen werden – und wie Anteilseigner das frühzeitig erkennen.
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FrankfurtEs ist ein skandalträchtiger Kurssturz am deutschen Aktienmarkt, der momentan wieder Wetten auf fallende Wertpapierkurse in den Fokus der Börsianer rückt – und vor allem Privatanleger verunsichert: Ein anonymer Autor wirft vergangene Woche dem Zahlungsabwickler Wirecard betrügerisches Geschäftsgebaren vor. Ein Onlinemedium berichtet darüber und die Aktie der Firma, die zu den wertvollsten Unternehmen im Technologieindex Tecdax gehört, bricht um rund ein Viertel ein.

Schnell wird klar: Hinter der fragwürdigen Studie des bis dato völlig unbekannten Analysehauses „Zatarra Research“ steht nach Einschätzung von Experten allem Anschein nach eine Attacke von Spekulanten. „Wir nehmen an, dass die Verbreitung des Berichts unseren Aktienkurs negativ beeinflussen sollte“, erklärte auch eine Unternehmenssprecherin von Wirecard.

Während die Anteilseigner innerhalb eines Handelstages einen Verlust von insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro verkraften müssen, erzielen sogenannte „Leerverkäufer“ hohe Gewinne.

Deren Vorgehensweise: Sie leihen sich bei anderen Marktteilnehmern Dividendenpapiere – vor allem bei Fonds -, um diese sofort wieder zu verkaufen. Sinkt der Aktienkurs wie geplant, können die im Fachjargon auch als „Shortseller“ bezeichneten Investoren die Titel später zu einem verbilligten Kurs zurückkaufen und dem Verleiher zurückgeben. Die Differenz zwischen dem Verkaufs- und dem gesunkenen Rückkaufskurs streichen die Leerverkäufer als Profit ein.

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  • Es werden Aktionärsgelder in Milliardenhöhe verbrannt und alle schauen zu. Da werden anonym durch ein nicht existierendes (bis heute ist die Webseite online, aber niemand weiß, wer und wo das ist) Research-Haus über 100 Seiten Müll über Wirecard ausgeschüttet und schon Minuten später durch eine angesehene Quelle geadelt. Vorhergehende Prüfung? Fehlanzeige, das ging in der Zeit auch gar nicht. In fast jedem Forum gibt es jemanden, der nochmal die Eintragungen überprüft, bevor sie freigegeben werden. Bei FT Alphaville braucht man das scheinbar nicht. Und es ist heutzutage in Ordnung, wenn man sich so benimmt, denn es passiert nichts. Kein Aufschrei, kein Widerstand des Berufsstandes. Berufsehre, was ist das? Soll sich doch Wirecard selbst drum kümmern, wenn Sie können, gell.

    Solange so etwas im Tec-Dax scheinbar problemlos möglich ist, verstehe ich jeden, der lieber sein Geld zu Hause im Sparschwein lässt.

  • Das was hier gerade stattfindet ist Finanzterrorismus gegen Gesellschaften und Staaten, welche man immer weiter in die Überschuldungen treibt, bis das Erpressungspotenzial so groß wird, dass die Staaten jegliche Bedingungen des Großkapitals akzeptieren werden. Nur werden das die Bürger, die man immer weiter wie die Zitronen auspresst, nicht mehr länger mittragen! Für mich persönlich ist jetzt der Punkt erreicht, wo ich mir ernsthaft Gedanken einer Radikalierung mache.

  • Lasst euch nicht verkaufen wie Tiere, wehrt euch, verweigert euch und leistet Widerstand!
    Natürlich gewaltfrei, verschuldet euch nicht länger, macht euch von diesem Ausbeutersytem unabhängig, seid nicht länger deren Sklaven, steht auf!

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