Hedgefonds
Wetten auf Krisen

Hedgefonds konnten in diesem Jahr keine übermäßig hohe Rendite erzielen. Der Ölpreisverfall und die Rubelkrise war schwer zu prognostizieren. Ein paar Investoren lagen dennoch richtig.
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New YorkDie Hedgefonds-Firma Alden Global Capital von Randy Smith hat die vergangenen drei Monate gegen den Rubel gewettet. Am gestrigen Dienstag zahlte sich das aus, als die russische Währung um bis zu 19 Prozent einbrach. Damit ist Alden einer der Gewinner der jüngsten geopolitischen Verwerfungen. Pierre Andurand hatte vorhergesagt, dass der Ölmarkt 2008 seinen Gipfel erreichen würde. In einer Kundenmitteilung, schreibt er, er habe im November 18 Prozent Gewinn erzielt. Dieser Gewinn war möglich da er richtig prognostiziert hatte, dass die OPEC eine Kürzung der Rohölproduktion ablehnt. Der Investor hatte auch die Auswirkungen auf den Dollar, der dadurch im Vergleich zu anderen Währungen an Wert gewann, richtig eingeschätzt.

Der Devisenfonds von Warren Naphtal hat einem Investorenbericht zufolge in diesem Jahr rund 24 Prozent zugelegt. Die Gewinne resultieren zu einem großen Teil aus den jüngsten Spekulationen mit dem Dollar. Mit solchen Geschäften gelingen manchen Hedgefonds Gewinne, andere können die Entwicklungen deutlich schlechter einschätzen. Der Ölpreisrückgang von mehr als 40 Prozent in diesem Jahr hat das globale Wachstum gebremst und die russische Wirtschaft in Schieflage gebracht.

Bill Gross, der bei Pimco den weltgrößten Anleihenfonds geleitet hatte, bevor er im September zu Janus Capital Group wechselte, erklärte, ein Überfluss an geliehenem Geld mache die Märkte volatiler. „Wenn geliehenes Geld unterwegs ist und nach sicheren Häfen sucht, dann gibt es heftige Preisbewegungen“, erklärte er am 12. Dezember in einem Interview mit Bloomberg. Davon war auch ein 3,3 Milliarden Dollar schwerer Fonds seiner früheren Firma betroffen. Der Pimco Emerging Markets Bond Fund war Ende September in russische Unternehmens- und Staatsanleihen im Volumen von 803 Millionen Dollar investiert, was 21 Prozent seines Gesamtvermögens entsprach.

Im vergangenen Monat hat der Fonds 7,9 Prozent verloren und schnitt damit schlechter ab als 95 seiner Konkurrenten. Alden dagegen, so berichten zwei Personen die mit der Sache vertrauet sind, habe nicht nur gegen den Rubel gewettet, sondern auch von den fallenden russischen Aktienindizes profitiert. Der RTS Index, der in Dollar geführt wird zufolge haben russische Aktien in den letzten eineinhalb Monaten 42 Prozent verloren.

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