Hintergrund
Die Motoren der Entwicklung

Zu den Schwellenländern zählen weltweit 130 Staaten mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 10 000 Dollar. Investoren konzentrieren sich vor allem auf Länder in Asien, Lateinamerika und Osteuropa.

Dort verzeichnen viele Volkswirtschaften deutlich höhere Wachstumsraten als die Industrieländer. Afrika spielt in den Portfolios eine untergeordnete Rolle.Eine der wichtigsten Antriebsfedern des Wachstums ist das starke Bevölkerungswachstum in den Ländern. Damit steigt die Zahl produktiver Arbeitskräfte, und die inländische Konsumnachfrage nimmt zu. Das Problem der Überalterung, mit dem die Industriestaaten zu kämpfen haben, kennen die Schwellenländer nicht in diesem Maße. Bereits heute leben dort 86 Prozent der Weltbevölkerung. Künftig wird fast der gesamte Zuwachs an Arbeitskräften von hier kommen.

Einige Länder stehen aber auch für Investments in Rohstoffe. Zwei Drittel der weltweiten Reserven lagern in Schwellenländern. Die Kurse an der russischen Börse korrelieren beispielsweise sehr eng mit den Öl- und Gaspreisen. Fallen die Rohölpreise, dann gehen meist auch die Kurse in Moskau in die Knie.

Ein wichtiges Barometer für die Aktienmärkte der aufstrebenden Staaten ist der MSCI-Emerging-Markets-Index von Morgan Stanley Capital International. Darin sind 26 Länder enthalten wie etwa Argentinien, Tschechien, Malaysia, Südafrika und die Philippinen. Im vergangenen Jahrzehnt hat der Index die Entwicklung des MSCI World, in dem die Aktienmärkte von 23 entwickelten Ländern enthalten sind, deutlich geschlagen (siehe Grafik). Allerdings verläuft die Entwicklung der Emerging Markets deutlich sprunghafter als die der Industrieländer – nach oben wie nach unten.

Um Risiken breit zu streuen, verteilen professionelle Anleger die Gelder auf mehrere Märkte. Dabei werden die vier großen Staaten Brasilien, Russland, Indien und China, kurz BRIC genannt, momentan besonders stark beachtet. In den vier Ländern leben 42 Prozent der Weltbevölkerung. Die Marktkapitalisierung der dortigen Aktienmärkte beträgt aber nur knapp vier Prozent des weltweiten Marktes. Wegen der weiterhin hohen Wachstumsraten rechnen Experten mittelfristig mit hohen Renditen bei BRIC-Aktien. Eine Goldman-Sachs-Studie aus dem Jahr 2003 prophezeit sogar, dass die vier Länder in 50 Jahren gemeinsam mehr Bruttoinlandsprodukt haben werden als die sieben größten Industriestaaten zusammen. Dass eine so langfristige Vorhersage gewagt ist, wissen aber auch die Fondsmanager der BRIC-Fonds, die jüngst aufgelegt wurden.

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