Höhe Strafen für Bilanzbetrug: Vertrauensbildende Maßnahmen . . . in den USA

Höhe Strafen für Bilanzbetrug
Vertrauensbildende Maßnahmen . . . in den USA

Einige Unternehmen verloren während des Börsenbooms der späten 90er-Jahre ihren moralischen Kompass. Konzerne wie der Energiehändler Enron und der Telekomanbieter Worldcom schönten ihre Zahlenwerke mit illegalen Bilanztricks. Als der Betrug aufflog, verloren Tausende ihre Arbeitsplätze und ihre Altersvorsorge, die aus wertlos gewordenen Firmenaktien bestand.

Mehr Kontrolle: Der US-Kongress reagierte auf den Vertrauensverlust mit dem so genannten Sarbanes-Oxley-Gesetz, benannt nach den Initiatoren Paul Sarbanes und Michael Oxley. Das Gesetz verhängt hohe Gefängnisstrafen für Bilanzbetrug und verpflichtet die Vorstands- und Finanzchefs aller in den USA börsennotierten Unternehmen, mit eidesstattlicher Unterschrift für ihre Bilanzen geradezustehen. Das im Juli 2002 vom US-Präsidenten unterzeichnete Gesetz verlangt zudem eine größere Distanz zwischen Aktiengesellschaften und ihren Wirtschaftsprüfern. Ein stärkerer Aufsichtsrats soll die Macht der US-Vorstandschefs kontrollieren.

Heftige Kritik: Wirtschaftsvertreter klagen über die hohen Kosten der Sarbanes-Oxley-Vorschriften. Das gilt vor allem für die Auflage, interne Kontrollen gegen Bilanzbetrug einzurichten und diese zertifizieren zu lassen. Dagegen geht das Gesetz Anlegerschützern und manchen Fondsgesellschaften nicht weit genug. Die SEC erließ zahlreiche Durchführungsverordnungen zum Sarbanes-Oxley-Gesetz. Die Behörde schuf zudem ein neues Aufsichtsgremium für Wirtschaftsprüfer.

Neuer Konfliktstoff: Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer deckte nach der Jahrtausendwende Interessenkonflikte an der Wall Street auf. Dort schmeichelten Analysten Firmenkunden mit Kaufempfehlungen, obwohl sie die Aktien für „Schrott“ hielten. Führende Banken zahlten in einem Vergleich mit Spitzer, der US-Finanzaufsicht SEC und weiteren Behörden 1,4 Mrd. Dollar. Zudem verpflichteten sich die Banken, Aktienanalyse und Firmenkundengeschäft durch eine interne „chinesische Mauer“ stärker zu trennen. tmo

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