Hohe Mittelzuflüsse
Großinvestoren trauen sich wieder in Aktien

Immer mehr Inevestoren entschließen sich, weg vom sicheren Geldmarkt und wieder hin zu mehr Risiko zu gehen. Das Umschichten von Liquidität kommt vor allem Aktien und Devisen zugute. Warum das Vertrauen in die weltweite Wirtschaft unter Börsianern wieder zunimmt.

FRANKFURT. Die Meldung kommt mittlerweile im Wochentakt und hat stets die gleiche Überschrift: "Volumen der US-Geldmarktfonds nimmt weiter ab" heißt es da. Die Frage, warum es an den Börsen weltweit seit Anfang März spürbar bergauf geht, ist damit zumindest zum Teil beantwortet. Börsianer begründen dies mit einer Ausweitung der Liquidität, zurückkehrendem Vertrauen und extrem niedrigen Leitzinsen.

Hauptthema ist jedoch die Liquidität, die auch in der tiefsten Phase der Krise ausreichend vorhanden war, jedoch oftmals in Geldmarktfonds oder ähnlichen Instrumenten geparkt war. Der Kapitalmarkt war vor allem deshalb wie ausgetrocknet. Dabei ist weltweit eigentlich so viel Liquidität vorhanden wie noch nie. Seit dem Jahr 1980 hat sich die globale Geldmenge beinahe verzehnfacht, hat Andreas Rees, Chefvolkswirt bei Unicredit, ausgerechnet. Die globale Wertschöpfung hat sich in dieser Zeit nur versechsfacht, womit die überschüssige Liquidität auf rund 65 Prozent der Weltwirtschaftsleistung gestiegen ist. "Neue empirische Untersuchungen belegen, dass diese Größe eine der treibenden Kräfte für Weltwirtschaft und Finanzmärkte ist", sagt Rees.

Das Ganze hat weitreichende Folgen. Entschließt sich ein Teil der Investoren, weg vom sicheren Geldmarkt und wieder hin zu mehr Risiko zu gehen, dann fließen damit riesige Summen in andere Anlageklassen. Aktuell sind am global mit Abstand größten Geldmarkt in den USA noch etwa 3,8 Bill. Dollar geparkt, die Zahl schrumpfte zuletzt jedoch im Wochenturnus um 20 bis 40 Mrd. Dollar. Meist wandern diese Summen in den Aktien- oder Devisenhandel.

Das belegen auch die Orderzahlen am deutschen Aktienmarkt. Wurden im extrem tristen Börsenmonat Februar lediglich 13 Mio. Aktienorders auf dem Computersystem Xetra abgewickelt, so ist die Zahl im März, als es ab dem Tiefpunkt am 9. des Monats steil bergauf ging, auf 15,5 Mio. gestiegen. Das zeigt die Kassamarktstatistik der Deutschen Börse. Der April dürfte trotz Ostern - und damit zweier Handelstage weniger - mindestens die gleiche Zahl zeigen. Und am Devisenmarkt haben zuletzt die in den Vormonaten stark leidenden Rohstoffwährungen aus Australien, Südafrika, Russland und Brasilien gewonnen. Das wird dort als die Rückkehr von vorher geparktem Geld und von mehr Risikobereitschaft gewertet.

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