Hoher Wettbewerbsdruck
Moody’s sieht wachsende Risiken bei Geldmarktfonds

Europäische Geldmarktfonds werden für Anleger riskanter: Die Fondsmanager suchen Investmentalternativen, um ihre Gebühreneinnahmen trotz der schärferen Konkurrenz zu sichern. Das ist das Fazit einer Umfrage der Ratingagentur Moody’s Investors Service.

HB FRANKFURT. Geldmarktfonds investieren normalerweise in kurzfristige Instrumente wie beispielsweise „Commercial Paper“. Diese Schuldverschreibungen von Unternehmen mit erstklassiger Bonität haben eine Laufzeit von höchstens 90 Tagen. Moody’s zufolge suchen die Fondsmanager inzwischen jedoch immer häufiger Geldmarktpapiere aus, die schwieriger zu handeln sind. Dazu gehören beispielsweise Anleihen, bei denen der Emittent die Laufzeit verlängern kann. Manche Manager investieren in „einige Instrumente, die sie selbst als am wenigsten liquide einstufen“, schreibt Kathryn Kerle, Expertin für strukturierte Finanzierungen bei Moody’s, in einer Studie. „Und dies zu einem Zeitpunkt, an dem sie damit rechnen, dass sich die Kreditwürdigkeit verschlechtern wird.“ Die Fonds gingen höhere Risiken ein, um Anleger zu gewinnen, beschreibt Kerle. „Sie versuchen, die Renditen zu erzielen, von denen sie – zu Recht oder nicht – denken, dass ihre Investoren sie erwarten.“

Ein Faktor beim höheren Risiko sind auch die schrumpfenden Renditeunterschiede, zeigt die zweite Online-Umfrage, die Moody's unter 49 europäischen Geldmarktfonds durchgeführt hat. Die befragten Fondsmanager verwalten zwischen zwölf Mill. und 60 Mrd. Dollar.

56 Prozent der Befragten sehen die „potenzielle Illiquidität“ von Investments wie Papieren mit verlängerbarer Laufzeit als „eine der größten Risikoquellen“ für Geldmarktfonds, so die Umfrage. Eine „wesentliche Sorge“ der Fondsmanager war auch eine mögliche Verschlechterung der Bonität der Emittenten. Das Bonitätsrisiko werten 51 Prozent der Umfrageteilnehmer als „große Herausforderung“.

Das größte Problem für Fondsmanager liegt darin, ihre Fonds von anderen abzuheben, so das Ergebnis der Umfrage. Eine weitere Herausforderung für die Fondsmanager ist die Steuerung des Risikos von derivativen Wertpapieren. Ebenfalls genannt wurden die Konkurrenz durch Banken, aufsichtsrechtliche Entwicklungen und die Auswirkungen von strukturierten Anleihen. Diese verbinden ein festverzinsliches Instrument mit derivativen Komponenten.

47 Prozent der Befragten wollen mehr forderungsunterlegte Commercial Paper kaufen. Allgemein sehen sie diese Wertpapierart als eines der am leichtesten zu handelnden Geldmarktpapiere an.Generell optimistisch zeigen sich die Fondsmanager bei den Wachstumsaussichten für das Anlagekapital. 87 Prozent erwarten einen Anstieg, 32 Prozent sogar ein Plus von mehr als zehn Prozent.

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