HSBC-Chefvolkswirt King: „Geldpolitik wird zum Schmerzmittel mit Suchtfaktor“

HSBC-Chefvolkswirt King
„Geldpolitik wird zum Schmerzmittel mit Suchtfaktor“

Stephen King, Chefvolkswirt der britischen Großbank HSBC, sieht schwarz. In Europa erwartet er wirtschaftlichen Stillstand. Er warnt vor überzogenen Erwartungen und rechnet mit Blasen an den Finanzmärkten.
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Herr King, in Ihrem neuen Buch "When the money runs out" stellen Sie die gewagte These auf, dass die Volkswirtschaften Europas und auch die Wirtschaft der USA in den nächsten Jahren kaum noch wachsen werden. Warum so pessimistisch?
King: Der Westen erlebte seine goldenen Jahre von den Sechzigern bis Ende des letzten Jahrtausends. Vor allem die Globalisierung und der damit verbundene zunehmende Welthandel sorgten für Wachstum. Nach dem Ende des Kalten Krieges kam dann der Handel mit dem Osten hinzu, wieder profitierten Exportnationen wie Deutschland. Zwar werden die weltweiten Handelsströme weiter wachsen, Europa und auch die USA werden aber nicht die größten Profiteure sein.

Warum nicht? Schließlich gehen Sie davon aus, dass aufstrebende Märkte wie Asien oder Südamerika in Zukunft weiter stark wachsen werden. Davon müsste doch auch der Westen profitieren?

Nein, diesmal werden aus meiner Sicht andere die größten Stücke vom Kuchen bekommen. Der zusätzliche Handel wird sich hauptsächlich zwischen Asien, dem mittleren Osten, vielen afrikanischen Ländern und Lateinamerika abspielen.

Aber warum sollte eine exportorientierte Volkswirtschaft wie die deutsche nicht von der wachsenden Wirtschaftskraft der Schwellenländer profitieren?

Einerseits hat Deutschland bereits vom Aufschwung der Schwellenländer profitiert, insbesondere durch das Wirtschaftswachstum in China sind die Exporte deutlich gestiegen. Andererseits passen unsere Produkte nicht zu den Bedürfnissen einer neu entstehenden Käuferschicht. In Ländern wie Indien oder Peru sind vermutlich gerade zu Beginn des Wachstums weniger die deutschen Oberklasse-Luxuslimousinen gefragt, sondern einfache und vor allem günstige Autos. Die werden dann im Land selber produziert oder eher aus China importiert als aus Deutschland.    

Dabei werden die Straßen in China vor allem von deutschen Automarken wie VW oder BMW dominiert.

Das stimmt, heißt aber nicht, dass die Chinesen keine eigenen Autos bauen könnten. Im Gegenteil, sie haben einiges von deutschen Automobilherstellern gelernt.

Das heißt, nur der Handel ist schuld an der sinkenden wirtschaftlichen Bedeutung des Westens?

Nein, es gibt weitere Faktoren, die das Wachstum deutlich verlangsamen werden, einfach weil eine gewisse Sättigung eintritt. Beispielsweise weil mehr Frauen arbeiten. Das war einer der Faktoren, der die westlichen Wirtschaften in den letzten Jahren wachsen ließ. Je mehr Frauen bereits in Lohn und Brot sind, desto geringer das weitere Wachstumspotenzial. Genauso spielt Bildung eine wichtige Rolle.

Kommentare zu " HSBC-Chefvolkswirt King: „Geldpolitik wird zum Schmerzmittel mit Suchtfaktor“"

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  • Auch bei diesem Thema: Lüge, Betrug, Korruption & Pseudowissenschaft.

    Jeder der das jetzige "Schuldgeldsystmen" der internationalen Bankster versteht, weiss das wir schon bald eine massive Wirtschaftskrise erleben werden, welche vom Ausmaß her die Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre noch übertreffen wird.

    Die Geschichte hat gezeigt, dass Krisen in der Wirtschaft häufig auch größere Unruhen bis hin zu Kriegen nach sich zogen - auch weil die Bevölkerung aus der Not heraus zu radikalen Schritten bereit war.

    So zeigt Ihnen gerade die Weltwirtschaftskrise, wie schnell solch ein Desaster in einem Krieg enden kann:

    Ohne die Weltwirtschaftskrise hätte es den Zweiten Weltkrieg nicht gegeben, da Hitler überwiegend durch die Krise und die damit erzeugte Arbeitslosigkeit an die Macht gelangt ist - gleichzeitig konnten sich die USA nur durch die Teilnahme am Zweiten Weltkrieg aus der Großen Depression dort befreien. Das Schuldgeldsystem hat also stark zum Zweiten Weltkrieg beigetragen.

    Das Problem, an dem die gesamte Welt krankt, heißt verzinstes "Schuldgeldsystem" der internationalen Bankster!

    Dass die Lage nun eskaliert und uns um die Ohren fliegt, liegt ganz einfach daran, dass keine einzige Partei - ganz gleich ob rechts, links, Mitte, - sich traut die wahre Ursache jemals anzugehen: nämlich das verzinste Schuldgeldsystem!!

    Warum stehen alle Nationen unter wirtschaftlichem Wachstumszwang?

    Der Grund liegt im verzinsten Schuldgeldsystem der inter. Bankster!

    Sollten wir uns nicht lieber fragen, ob es nicht an der Zeit ist, ein neues Geldsystem einzuführen?

    Ein Geldsystem ohne Zwang zu immer mehr Wachstum?

    Ein Geldsystem nach Silvio Gesell.

    Oder die Erdlinge können sich bald ein neues Zuhause suchen, nachdem sie ihren eigenen Planeten zerstört haben!

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" suchen.

    http://www.youtube.com/watch?v=oXeeabwaV-s

  • @ Eddie

    Zitat : In Thailand, Malaysien, Kambodscha, und Indien sieht man kaum chinesische Autos

    - in 5 Jahren, nachdem VW die 7 Fabriken in China gebaut und in die Produktionskette eingebunden hat, werden wir auch eine Menge 3.000 $ Chinesen-Autos in Europa sehen....diese Kaufkraft werden die Europäer dann noch haben !

    Dummschwätzer !


  • Zitat : Deutschland hat nicht Europa am Bein, sondern Europa hat den Rest der Welt "am Bein".

    - Europa hat nicht den Rest der Welt am Bein, sondern die Welt hat das Universum am Bein !

    Und die Welt hat nicht das Universum am Bein, sondern das Universum hat die Milchstrasse am Bein !

    Lachnummer ! :-)

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