Hypothekenkrise
Börse Mexiko atmet durch

Die Hypothekenkrise in den USA hat Mexiko erreicht. Nachdem die Rally an der mexikanischen Börse fast vier Jahre andauerte, kennen die Kurse seit vier Wochen nur noch eine Richtung: bergab. Aber ein stabiler Inlandsmarkt federt den Schaden ab.

MEXIKO. Erstmals seit Anfang 2004 ist an der mexikanischen Börse Ernüchterung eingetreten. Nachdem die Rally fast vier Jahren dauerte und die magische Schallmauer von 30 000 Punkten beim IPC-Index der Bolsa de Valores (BMV) geknackt wurde, kennen die Kurse seit vier Wochen nur noch eine Richtung: bergab. Zuerst war es die Furcht vor einem niedrigeren Wachstum in den USA infolge der Hypothekenkrise, die für einen Stimmungsumschwung sorgte und dann löste US-Notenbankchef Ben Bernanke eine zusätzliche Verkaufswelle an der mexikanischen Börse aus, als er am Donnerstag die Wachstumsaussichten für das vierte Quartal des Jahres bei einem gleichzeitig hohen Inflationsrisiko nochmals abschwächte. So verlor der IPC-Index seit dem historischen Höchststand von 32 836 Punkten Mitte Oktober deutlich mehr als elf Prozent.

„Unser Wachstum hängt nun mal stark an der Entwicklung in den USA“, sagt Fabiola Molina, von Scotia Capital in Mexiko-Stadt. Brasilien und andere Staaten in Lateinamerika verkauften mehr nach Asien und Europa, betont die Analystin. Mexiko exportiert hingegen 85 Prozent seiner Waren und Dienstleistungen in die USA. Aber in den ersten neun Monaten des Jahres stiegen die mexikanischen Exporte in die USA nur um 2,76 Prozent, wie die mexikanische Zentralbank mitteilte, 2006 lag das Plus bei fast zehn Prozent.

Mittelfristig müssten sich die Anleger daher auf eine Verschnaufpause einrichten, stimmen die Analysten überein. Nicht nur das externe, sondern auch die interne Perspektive weist einige Wolken auf. Neben dem Abschwung in den Vereinigten Staaten drückten die gestiegene Inflation und die Auswirkungen der Steuerreform die Stimmung bei den Anlegern, sagt Rodolfo Navarrete, Chefanalyst vom Investmenthaus Vector. „Die neue Unternehmen- und die Treibstoffsteuer werden sich vor allem zu Beginn des Jahres bemerkbar machen“, betont Navarrete, der im kommenden Jahr mit einer Inflation von 4,3 Prozent rechnet. Die neue einheitliche Unternehmensteuer IETU mit einem Satz von 16,5 Prozent, mit der die Unternehmen ab 2008 belastet würden, werde die wirtschaftliche Aktivität zunächst reduzieren, vermutet der Véctor-Analyst.

Dass sich die Auswirkungen der US-Wirtschaftsschwäche in Mexiko trotz allem nur abgefedert bemerkbar machten, liege am funktionierenden Inlandsmarkt, ergänzt César Castro. „Die gute Inlandsnachfrage ist der große Vorteil Mexikos“, fügt der Chefanalyst des Zentrums für Wirtschaftsanalyse in Mexiko (CAPEM) hinzu. Im August stieg der Index, der die wirtschaftliche Aktivität misst, stärker als erwartet um 4,4 Prozent. Zugleich stiegen der private Konsum und die Investitionen um 4,6 Prozent beziehungsweise 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

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