Immobilieninvestment
Reits sind keine Konkurrenz

Bald können Anleger in Deutschland auch in börsennotierte Immobiliengesellschaften (Reits) investieren. Die neue Anlageklasse macht offenen Immobilienfonds keine Konkurrenz, glauben Marktbeobachter.

HB KÖLN. Bald könnte es geschafft sein: Nach jahrelangem Tauziehen und anhaltenden Diskussionen werden Real Estate Investment Trusts (Reits) auch in Deutschland eingeführt. Bei Reits handelt es sich um börsennotierte Immobiliengesellschaften, die den Großteil ihrer laufenden Erträge an Anleger ausschütten und so Steuervorteile generieren. Der Vorteil für den Anleger: Die Besteuerung der Ausschüttungen erfolgt nicht auf Unternehmensebene, sondern zum persönlichen Steuersatz des Anlegers. In den USA und in Frankreich erfreuen sich Reits bereits seit längerem großer Beliebtheit. In Expertenkreisen wird nun diskutiert, ob ihre Einführung in Deutschland zu einem abnehmenden Interesse von Anlegern an offenen Immobilienfonds führen wird.

Dagegen sprechen gleich mehrere Gründe. Reits sind im Ausland unter anderem deshalb so beliebt, weil es dort keine offenen Immobilienfonds gibt. Sie sind eine deutsche Erfindung, um die uns viele ausländische Investoren beneiden. Nicht umsonst prüfen Länder wie Frankreich und Tschechien die Einführung offener Immobilienfonds; in Österreich gibt es sie seit kurzem. Denn auch Reits gewährleisten meist nicht, was ein offener Fonds bietet: Die Möglichkeit, als Privatkunde direkt in ein breit diversifiziertes Immobilienportfolio zu investieren.

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Während sich die börsennotierten Unternehmen in der Regel auf ein spezielles Betätigungsfeld wie etwa Einkaufszentren konzentrieren, decken offene Immobilienfonds viele Segmente gleichzeitig ab: Sie sind meist an verschiedenen Gebäude aus den Bereichen Büro-, Einzelhandel-, Mehrzweck-, Logistik- oder Wohnimmobilien beteiligt. Reits stellen eine ganz andere Risikoklasse dar, was auch an der völlig unterschiedlichen Wertentwicklung zu erkennen ist. In den vergangenen Jahren war ihre Wertentwicklung deutlich besser als die der offenen Immobilienfonds. Diesen höheren Renditechancen steht aber auch ein höheres Risiko gegenüber. Gerade das meiden die meisten deutschen Immobilien-Anleger jedoch.

Offene Fonds haben noch einen weiteren Vorteil: Im Gegensatz zu Reits wird ihr Preis nicht an der Börse bestimmt, sondern ergibt sich aus dem Wert der Immobilien und sonstigen Anlagen. Der Kurs eines Reit unterliegt den Schwankungen an der Börse, und kann viel höher aber auch viel niedriger als der eigentliche innere Wert des Unternehmens liegen. Diese Schwankungen gibt es nicht bei offenen Fonds.

Oliver Weinrich ist Leiter Vertriebssteuerung Immobilien AXA Investment Managers Deutschland.


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