In Johannesburg rücken Banktitel ins Rampenlicht
Interesse an Goldaktien hat nachgelassen

Trotz des festen südafrikanischen Rand und der dadurch bedingten Einkunftseinbußen vieler Exporteure hat die Börse Johannesburg ihren mehrmonatigen Abwärtstrend abgebremst. Als Triebfeder der Stabilisierung entpuppte sich dabei die Inflationsrate, die im Monat April wider Erwarten bei 4,4 Prozent verharrte.

KAPSTADT. Beobachter hatten wegen der hohen Rohölpreise einen Anstieg auf rund fünf Prozent erwartet. Die jetzt gemeldete positive Inflations-Überraschung verringert die Sorge vor einer baldigen Anhebung der Leitzinsen.

Während einige Rohstoffkonzerne, darunter die Platinriesen Angloplat und Implats, zuletzt leicht zulegen konnten, verlief die Entwicklung der Goldwerte ein weiteres Mal enttäuschend. Obwohl der Preis des gelben Metalls in den letzten beiden Wochen auf fast 380 Dollar je Feinunze gefallen ist, drückt der feste Rand nach wie vor auf die Kurse der Goldproduzenten. Der Grund: Während ihre Kosten in der starken Heimatwährung Rand anfallen, erhalten sie ihre Erlöse in schwachen Dollar.

Sowohl Klassenprimus Gold Fields als auch Konkurrent Harmony, die beide kein Gold auf Termin verkaufen, fielen weiter zurück. Aber auch Anglogold, der weltweit zweitgrößte Goldproduzent, verzeichnete Kursverluste. Selbst die Fusion mit dem ghanaischen Goldproduzenten Ashanti verlieh dem Kurs keine Phantasie.

Für Aufsehen sorgte die Nachricht, dass der südafrikanisch-britische Brauereikonzern SAB-Miller aus dem Rennen um den chinesischen Bierbrauer Harbin ausgestiegen ist. Die Südafrikaner werden ihren 29-Prozent-Anteil nun für den stattlichen Gewinn von 124 Mill. Dollar an den US-Rivalen Anheuser- Busch verkaufen. Nach dem jüngsten Übernahmeangebot des US-Biergiganten Anheuser-Busch war Harbin zuletzt mit mehr als 700 Mill. Dollar bewertet worden. Bei einem Gewinn für das Jahr 2003 von umgerechnet kaum 15 Mill. Dollar erschien diese Bewertung zu hoch. Als Reaktion auf diese Entscheidung erholte sich die Aktie von SAB-Miller von einem vorausgegangenen starken Rückfall.

Für Schlagzeilen sorgte am Kap auch der plötzliche Rückzug von Afrikas größtem Mobilfunkbetreiber Vodacom aus Nigeria. Der Schritt kam umso überraschender, als sich Vodacom erst vor zwei Monaten im potenziell lukrativsten Markt des Kontinents eine kleine Nische erobert hatte. Als Grund für die abrupte Kehrtwende nannte das Unternehmen einen „schweren Vertrauensverlust“ zwischen ihm und dem dortigen Partner Econet Wireless, Nigerias zweitgrößtem Mobilfunkunternehmen.

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