Inflation belastet die Börsen
Nicht alle Aktien verlieren

Die Inflation in Europa verunsichert die Anleger. Doch der Preisanstieg trifft nicht alle Aktien gleichermaßen. Einige Branchen zeigen sich unbeeindruckt. Und einige profitieren sogar vom Ende des billigen Geldes.

FRANKFURT. Die gestiegenen Inflationsraten in Europa haben eine Neubewertung der Aktienmärkte in Gang gesetzt. Historische Vergleiche zeigen, dass Investoren Aktien bei steigenden Inflationsraten geringere Bewertungen zubilligen. Doch die Inflation trifft nicht alle Aktien und Branchen in gleichem Maße und belebt damit die Diskussion um die aktuell empfehlenswerte Branchenallokation.

"Ein wichtiges Kriterium für die Aktienauswahl im inflationären Umfeld ist, inwiefern ein Unternehmen steigende Kosten weitergeben kann. Dies spricht für Unternehmen, die am Beginn der Produktionskette stehen, also die Roh- und Grundstoffindustrie sowie Öl- und Gastitel", sagt Stefan Hofrichter, Senior Strategist von Allianz Global Investors (AGI).

Das deckt sich mit Analystenstudien über die Kursentwicklung der unterschiedlichen Branchen in inflationären Phasen seit Beginn der 70er-Jahre. Energiewerte sind eindeutige Inflationsgewinner, am stärksten unter steigenden Teuerungsraten leiden Aktien aus dem Konsumbereich. Dies schlägt sich auch in der jüngsten Kursentwicklung nieder, da viele Konsumgüterhersteller zugleich steigende Kosten verkraften müssen und die Inflationsraten in den Absatzmärkten die Nachfrage gefährdet.

Nach Berechnungen der Analysten von Exane BNP Paribas sollten Anleger zwar generell Vorsicht mit Aktien mit Konsumbezug walten lassen. Entscheidend für die Chance auf eine überdurchschnittliche Kursentwicklung sei jedoch die tatsächliche Preismacht der Unternehmen. Sie hänge auch von der Marktstellung, dem Markennamen und der Konkurrenz ab. So favorisieren die Analysten Unternehmen wie Alstom und ArcelorMittal aufgrund der zyklischen Preismacht. Konsumtitel wie L?Oréal, Legrand oder Reckitt Benckiser böten wegen des Markennamens und der Loyalität der Kunden Chancen.

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