Inflation
Sachwerte gefragt

Die Inflation trifft nicht nur die Verbraucher, sondern auch die Sparer; sie entwertet das Bare auf dem Sparkonto, und sie schadet auch den meisten Aktien und Anleihen – Ausnahmen bilden Ölaktien, Rohstofftitel sowie Investitionen in Gold und Silber. Wie Sie Ihr Vermögen schützen können.
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„Zu den Verlierern gehören die Inhaber von Geldvermögen wie Sparbuch, Tagesgeld oder Festgeld“, erklärt Holger Schroeder, Leiter Family Office der Berenberg Bank. Schon die aktuelle Inflation von 2,5 Prozent hebt den Zinsgewinn eines Sparbuches mehr als auf. Bei einer Inflationsrate von sieben Prozent wäre das Geldvermögen gemessen an seiner heutigen Kaufkraft bereits nach neun Jahren nur noch die Hälfte wert. Auch festverzinsliche Wertpapiere, wie Staats- oder Unternehmensanleihen, verlieren bei hoher Inflation – das investierte Geld entwertet schneller, als es sich durch den Zinscoupon vermehrt.

Anleger müssen der Entwertung ihrer Vermögen aber nicht tatenlos zusehen. „Generell empfiehlt sich bei steigender Inflation der Kauf von Sachwerten“, sagt Eckart Langen von der Goltz, Gründer von Deutschlands ältester Vermögensverwaltung PSM in München. Also vor allem Immobilien und Immobilienfonds, Aktien und Aktienfonds sowie Edelmetalle wie Gold und Silber.

Immobilien sind im Grundsatz „Inflationsgewinner, aber in vielen Ländern ist die Luft aus den Blasen noch nicht raus; weitere Einbrüche drohen in den USA, in England oder Spanien“, warnt Gerald Kichler, Leiter Portfoliomanagement bei Flossbach & von Storch. Wer also in Immobilienfonds investiert, kauft zwar Anteile an Realwerten, muss aber aufpassen, dass er sich nicht indirekt ausgerechnet in Märkte mit fallenden Preisen einkauft. „Die selbstgenutzte Immobilie bleibt dagegen ein guter Inflationsschutz“, sagt Herwig Weise von der Vermögensverwaltung Mack & Weise in Hamburg, „wer auf Pump baut und eine feste Zinsbindung erhält, hat einen doppelten Nutzen: Der Wert der Schulden sinkt, der des Hauses steigt.“

Aktien sind ebenfalls besser als Anleihen, „man muss jedoch von Pauschalkäufen abraten“, sagt Schroeder. Zum einen kann die Finanzkrise noch herbe Kursverluste bringen; zudem sind steigende Zinsen für die Börse schlecht. „Mit einer Inflationsrate von vier bis fünf Prozent käme der Aktienmarkt noch zurecht; jenseits davon würde es kritisch“, sagt Kichler. Denn dann verteuern sich auch Kredite, der Umsatz der Unternehmen wächst langsamer. Auch können nur wenige Unternehmen steigende Kosten für Rohstoffe und Energie voll auf ihre Kunden überwälzen; bei den allermeisten leidet also die Gewinnmarge – Gift für den Aktienkurs. Eine Ausnahme sind Anteile an Unternehmen, die genau jene Ressourcen besitzen, die jetzt teurer werden. Kichler: „Wir halten nach wie vor viel von Ölaktien und Rohstofftiteln.“

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