Insider-Barometer beendet jüngsten Abwärtstrend: Manager legen ihre Vorsicht ab

Insider-Barometer beendet jüngsten Abwärtstrend
Manager legen ihre Vorsicht ab

Erstmals seit August vergangenen Jahres hat das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking berechnet, seinen Abwärtstrend gestoppt. Aktuell stagniert es bei 96 Punkten und damit im neutralen Bereich. Käufe und Verkäufe von Unternehmensinsidern wie Vorständen, Aufsichtsräten sowie deren nahe Familienangehörige aus den 160 Unternehmen des Dax, MDax, TecDax, und SDax halten sich damit in etwa die Waage.

FRANKFURT. „Die Insider lassen sich im Moment etwas von der positiven konjunkturellen Gesamtstimmung anstecken“, sagt Olaf Stotz von der Fifam. Noch zum Jahreswechsel sah es so aus, als würden sich die Top-Manager in großem Stile aus Aktien ihres Unternehmens verabschieden. Käufe gab es zu dieser Zeit kaum. Die Kernaussage lautete seinerzeit: Es könnte bald zu einer Kurskorrektur kommen, weil die Insider Entwicklungen innerhalb ihres Unternehmens früher erkennen als außenstehende Investoren.

In den vergangenen beiden Wochen gab es allerdings einige interessante Käufe: Die spektakulärste kam von Ulrich Middelmann, dem stellvertretenden Vorstandschef von Thyssen-Krupp. Er orderte für knapp eine Viertelmillion Euro Aktien seines Unternehmens, obwohl diese sich innerhalb eines Jahres schon mehr als verdoppelt haben. Als Kaufindiz auch für andere Anleger sehen die Experten von Commerzbank Private Banking die Order nicht. „Wir raten unseren Kunden stattdessen, bei den aktuell hohen Kursen Gewinne mitzunehmen“, heißt es dort. Zwar lassen die Zahlen – für das erste Quartal getrieben durch die Sonderkonjunktur bei Edelstahl – jetzt schon darauf schließen, dass die Ziele für das Gesamtjahr angehoben werden. Dennoch sehen die Analysten erste Anzeichen für eine sich abschwächenden Dynamik der Stahlnachfrage. Ähnlich sehen es die Experten der Citigroup: „Die Gewinnstory könnte zwar weiter gehen, doch die Bewertung der Aktie ist zu hoch“, heißt es dort.

Weitaus mehr Gründe, es dem Firmenchef gleichzutun, sehen Analysten bei IDS Scheer. Bei dem Saarbrücker IT-Unternehmen hat der neue Vorstandschef Thomas Volk ein weiteres Mal eigene Aktien gekauft. Seit der Gewinnwarnung im dritten Quartal letzten Jahres gab es mehrere große Kauforders. „Wir gehen davon aus, dass IDS Scheer zukünftig die vorhandenen Problemfelder zügig und erfolgreich angehen und bereinigen wird“, geben sich die Experten von Commerzbank Private Banking optimistisch. In den kommenden zwölf Monaten soll die Aktie, die am Freitag knapp 15 Euro kostete, auf 20 Euro steigen. Langfristig sei sogar ein Kurspotenzial von 37 bis 40 Euro möglich.

Auf Verkäuferseite kam der spektakulärste Verkauf der letzten beiden Wochen vom SDax-Unternehmen Arques Industries. Bei der Starnberger Beteiligungsgesellschaft, deren Kurs in den letzten drei Monaten um über 60 Prozent angezogen hat, haben die beiden Vorstände Peter Löw und Markus Zöllner zusammen Aktien im Wert von über 28 Mill. Euro verkauft. Um durch außergewöhnlich hohe Einzelorders das Insider-Barometer nicht in irgendeine Richtung zu verzerren, gibt es bei Verkäufen eine Kappungsgrenze von fünf Mill. Euro, bis zu der diese maximal in die Bewertung eingehen.

Arques selbst begründet den Verkauf damit, den Anteil an frei handelbaren Aktien erhöhen zu wollen, um mittelfristig in den MDax aufgenommen zu werden. Analyst Marc Osigus von SES Research rät trotz des Verkaufs der Vorstände weiter zum Kauf. Das Geschäftsmodell mit dem größten europäischen Akquisitions- und Restrukturierungsteam sei für die Konkurrenz nicht nachzuahmen.

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