Insider-Barometer
Keine Spur von Konsolidierung

Obwohl der Dax jüngst ein neues Allzeithoch erreicht hat, sind Insider in Kauflaune. Mitten in der Urlaubszeit legen sowohl Anzahl als auch Volumina der Käufe und Verkäufe zu. Das Insider-Barometer signalisiert Anlegern ein generelles Kaufsignal für den Aktienmarkt und speziell bei mehreren Nebenwerten.

FRANKFURT. Deutschlands Top-Manager sind für die weitere Entwicklung am Aktienmarkt so euphorisch wie zuletzt im Herbst vergangenen Jahres. Und das, obwohl der Deutsche Aktienindex (Dax) zuletzt das Allzeithoch vom Frühjahr des Jahres 2000 überschritten hat und viele Experten nun mit einer Konsolidierung rechnen. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking berechnet, stieg zuletzt auf 116 Punkte und gibt damit Anlegern ein generelles Kaufsignal für den Aktienmarkt.

Diese Aussage ist umso stichhaltiger, als auch die Anzahl und die Volumina der Käufe und Verkäufe von Vorständen, Aufsichtsräten sowie deren Angehörigen aus 160 Unternehmen des Dax, MDax, TecDax und SDax trotz Urlaubszeit zuletzt wieder zugenommen hat. Das geht aus den erstmals veröffentlichten Daten zur Handelsaktivität hervor. „Besonders bei den Nebenwerten ist eine auffällige Kaufneigung zu beobachten“, sagt Olaf Stotz von der Fifam.

Das galt zuletzt besonders für die Aktien des Medienkonzerns Axel Springer. Über knapp zwei Wochen hinweg haben die Aufsichtsräte Michael Lewis über die ihm nahe stehende Gesellschaft Trialpha und Guiseppe Vita für fast 10,5 Mill. Euro Aktien des Berliner Medienkonzerns gekauft. Die Analysten von Commerzbank Private Banking interpretieren die Orders als Investment in die weitere Entwicklung von Axel Springer vom reinen Zeitschriftenverlag hin zum „Publisher“ auf allen Kanälen wie Print, Online, TV, Direct Mailing und Radio. Anleger sollten demnach durchaus darüber nachdenken, es den beiden Aufsichtsräten gleich zu tun. Die sich aufhellende Werbewirtschaft kombiniert mit einer intelligenten Akquisitions- und Beteiligungsstrategie sowie einer im Sektorvergleich günstigen Bewertung machen die Aktie den Experten zufolge attraktiv.

Weitaus weniger eindeutig sind die Ansichten zum Luxusmodekonzern Escada. Obwohl die Mehrzahl der Analysten spätestens seit den enttäuschenden Gewinnzahlen Ende Juni von der Aktie abrät, hat Aufsichtsrat Claus Mingers Papiere für über 250 000 Euro gekauft. Es will damit wohl einen Gegenpol zu den Analysten setzen, von deren Seite es zuletzt nur Herabstufungen hagelte, hieß es im Handel. Zwei Gründe sprechen langfristig für einen Erfolg von Mingers Strategie: Zum einen plant der neue Escada-Chef Jean-Marc Loubier eine radikale Sanierung des Modelabels. Zum anderen dürfte der neue russische Großaktionär Rustam Aksenenko, der über ein Viertel der Anteile hält, reges Interesse an einem tragfähigen Turnaround haben.

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