Insider-Barometer
Manager ordern mehr eigene Aktien

Deutschlands Vorstände, Aufsichtsräte sowie deren Angehörige haben in den letzten beiden Wochen weiter kräftig Aktien ihres Unternehmens geordert. Die durch den Nahostkonflikt ausgelöste Schwächephase hat die so genannten Insider damit nicht verschreckt, sondern sogar zu weiteren Käufen ermutigt.

FRANKFURT. Das Insider-Barometer, das das Handelsblatt alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen und Commerzbank Private Banking veröffentlicht, hat von 131 Punkten zuletzt auf zwischenzeitlich knapp 140 Punkte zugelegt, ehe es in den letzten Tagen wieder etwa auf das alte Niveau zurück ging. Dennoch gilt: Es gibt von Insidern weiterhin deutlich mehr Käufe als Verkäufe.

Zum Vergleich: Der neutrale Bereich, in dem sich Käufe und Verkäufe etwa die Waage halten, liegt bei 100 Punkten. Ab Punkteständen von 110 lassen sich für denjenigen, der dann in Aktien einsteigt, nach den Berechnungen der Fifam-Experten Überrenditen von bis zu vier Prozent gegenüber dem langfristigen Durchschnitt erzielen.

Dazu hat der Anleger generell zwei Möglichkeiten. Entweder erhöht er ab Barometer-Ständen von 110 pauschal die Aktienquote innerhalb seines Portfolios. Oder er kauft schlicht die Aktien, mit denen sich die Vorstände zuletzt eingedeckt haben. Bis zu 25 Tage danach kann er sich dafür Zeit lassen, hat Fifam-Experte Stotz errechnet, um in den Genuss der Überrendite zu kommen.

Bei den jüngsten Insider-Transaktionen fiel auf, dass mit der Deutschen Post seit längerem wieder einmal ein Dax-Unternehmen dort vertreten ist. Weil bei den deutschen Top-30 viele Transaktionen wie zuletzt bei Linde aus Aktienoptionsprogrammen stammen, kommt es relativ selten zu direkten Käufen oder Verkäufen über die Börse. In das Insider-Barometer gehen jedoch nur diese Transaktionen ein.

Die drei Post-Vorstände John Mullen, Walter Scheurle und Hans-Dieter Petram haben sich zwischen dem 5. und dem 10. Juli mit Aktien im Wert von 204 722 Euro eingedeckt. Für die Analysten der Commerzbank war dies ein durchaus sinnvolles Investment. Sie empfehlen seit geraumer Zeit die Aktie zum Kauf. Umso sinnvoller war es ihrer Ansicht, nach den Verlusten der letzten Monaten jetzt einzusteigen. „Der Kurs litt zuletzt verstärkt unter hausgemachten Problemen im Bereich Expresse USA sowie den Vermutungen über eine Platzierung von Post-Aktien durch die KfW“, heißt es zur Begründung. Die US-Probleme sollten in absehbarer Zeit gelöst werden. Und die KfW hat inzwischen ihre Aktien platziert. Fazit der Experten: „Kurzfristig sollte kein weiterer Druck entstehen“.

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