Insider-Barometer
Manager setzen auf Kursgewinne

Deutschlands Top-Manager haben in den vergangenen drei Monaten mit dem Kauf von Anteilen des eigenen Unternehmens satte Renditen erzielt. Das geht aus den Berechnungen des Forschungsinstituts für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen hervor. Nahezu alle Manager liegen mit ihren Investments im Plus, viele sogar im zweistelligen Prozentbereich.

FRANKFURT. Fifam-Experte Olaf Stotz begründet dies zum einen mit dem allgemein deutlich gestiegenen Kursniveau, zum anderen schätzt er, dass die so genannten Firmeninsider ein besseres Verständnis für die faire Bewertung ihres Unternehmens besitzen als der Kapitalmarkt. „Gerade deshalb haben sie nach dem Kurssturz im Mai und Juni besonders zugegriffen“, sagt Stotz

Als Insider werden Vorstände, Aufsichtsräte und deren nahe Verwandte bezeichnet, die Aktien ihres Unternehmens kaufen oder verkaufen. Seit dem Jahr 2002 müssen diese Deals innerhalb von vier Handelstagen an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gemeldet werden. Seither ist es für Investoren einfach, sich an den Insidern zu orientieren, die so nahe wie kein anderer Anleger an dem jeweiligen Unternehmen dran sind, und so ebenfalls hohe Renditen zu erzielen.

Die Fifam berechnet in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking das Insider-Barometer, das das Handelsblatt alle zwei Wochen veröffentlicht.

Den mit weitem Abstand höchsten Gewinn aus den Insider-Transaktionen der letzten drei Monate strich nach aktuellem Stand Krones-Aufsichtsrat Norman Kronseder ein, vorausgesetzt, er verkaufte. Dessen Aktienpaket an dem Maschinenbauer für die Getränke-Industrie, das er vor etwa sechs Wochen für fast 1,5 Mill. Euro erworben hatte, wäre heute knapp 70 000 Euro mehr wert. Auffällig dabei: In den letzten Augusttagen haben weitere Mitglieder der Gründerfamilie Kronseder zugegriffen. Die Insider rechnen also mit einem Anhalten des Aufwärtstrends.

„Die Käufe decken sich mit unserer positiven Einschätzung zur Krones-Aktie, die ein solides Investment darstellt und in nächster Zeit von verbesserten Rahmenbedingungen profitieren dürfte“, erklären Analysten von Commerzbank Private Banking. Konkret meinen die Experten damit, dass Konkurrent Sidel künftig wohl wegen anhaltend hoher Rohstoffpreise auf übermäßigen Preiswettbewerb verzichten dürfte.

Zu den großen Gewinnern zählt auch Infineon-Chef Wolfgang Ziebart, der Mitte August für fast 170 000 Euro Aktien seines Unternehmens geordert hat. In nur zwei Wochen erzielte er damit bereits einen Gewinn von rund zehn Prozent. Bei Commerzbank Private Banking gehen die Experten davon aus, dass für den Aktienkurs trotzdem noch Luft nach oben besteht. Die nach der Abspaltung der Tochter Qimonda verbleibenden Logikchip-Aktivitäten halten sie noch immer für deutlich unterbewertet.

Insgesamt haben die Insider in den letzten beiden Wochen weiter mehr Aktien gekauft als verkauft. Das Insider-Barometer der Fifam notierte nahezu unverändert bei 146 Punkten und signalisiert damit weiter hohe Kaufbereitschaft. Der neutrale Bereich, in dem sich Käufe und Verkäufe die Waage halten, liegt bei 100 Punkten.

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