Insider-Barometer
Top-Manager erwarten Jahresendrally

Deutschlands Vorstände erwarten eine Jahresendrally: Geht es nach den Top-Managern der 160 im Dax, MDax, TecDax und SDax notierten Gesellschaften, dann werden die Aktienkurse bis zum Jahresende kräftig steigen. Schließlich haben sie zuletzt so viele Aktien ihrer Unternehmen gekauft wie bei Ausbruch des Irak-Krieges im März 2003. Zwei Insider-Käufe gelten auch für Analysten als günstig.

FRANKFURT. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking berechnet, ist deswegen auf 180 Punkte gestiegen und notiert damit knapp unter dem Allzeithoch von 184 Punkten. Das Zeichen für die Kapitalmärkte lautet deshalb: Deutschlands Top-Manager erwarten eine Jahresendrally.

Zum Vergleich: Im März 2003 waren die Aktienmärkte weltweit wegen der unsicheren geopolitischen Lage massiv eingebrochen, zeigten anschließend jedoch eine in der jüngeren Börsengeschichte einzigartige Kursrally. Diese hielt bis Mitte dieses Jahres an, ehe die durch die US-Immobilienkrise ausgelösten Liquiditätsprobleme die Märkte unter Druck setzten. Viele Top-Manager stufen die damit verbundenen Kurschancen inzwischen ähnlich ein wie damals.

Klares Indiz für ein Anhalten des Aufwärtstrends am Aktienmarkt ist für Fifam-Experte Olaf Stotz, dass sowohl die Zahl der Insiderkäufer als auch die Summe ihrer Käufe – wie in den vergangenen Wochen schon – die Zahl der Verkäufer und das verkaufte Volumen deutlich übertreffen. Die Aktientransaktionen der Top-Manager gelten bislang als verlässlicher Indikator. Hintergrund ist, dass die Manager die Unternehmen besser kennen als der Rest der Aktionäre und dieses Wissen gezielt einsetzen.

Pikantes Indiz dabei: Gerade bei Werten, die zuletzt wegen der Immobilienkrise deutlich verloren haben, haben die Manager die Gunst der Stunde genutzt und zugegriffen. Beim Dax-Wert Hypo Real Estate (HRE) kauften beispielsweise zwei Vorstände, Robert Grassinger und Frank Lamby, Aktien für 262 000 Euro, nachdem Anfang September schon HRE-Vorstandschef Georg Funke und Aufsichtsratschef Kurt Viermetz für insgesamt 767 000 Euro Aktien geordert hatten.

Das Gros der Analysten betrachtet die Käufe der HRE-Manager als sinnvoll und rät ebenfalls zum Einstieg. Die US-Kreditkrise betreffe das Unternehmen nur mittelbar, da es bei US-Subprime-Kreditprodukten nur gering exponiert sei, stellen die Analysten von Commerzbank Private Banking fest. Stattdessen verspreche die Übernahme des Staatsfinanzierers Depfa für das kommende Jahr einen höheren Gewinn je Aktie. Für 2009 errechnen die Analysten daraus sogar ein Plus von mehr als 15 Prozent.

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