Insiderbarometer
Manager-Käufe machen Anlegern Mut

Deutsche Manager haben sich in den vergangenen zwei Wochen kräftig mit Aktien der eigenen Unternehmen eingedeckt. Das geht aus Berechnungen des Forschungsinstituts für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen hervor, die das Handelsblatt in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking veröffentlicht. Seit längerer Zeit war auch wieder ein Dax-Konzern darunter.

DÜSSELDORF / FRANKFURT. Während in den letzten Monaten bei Insiderkäufen kleinere Unternehmen im Vordergrund standen, war in den vergangenen Wochen mit der Commerzbank auch ein Dax-Konzern dabei. Fünf Vorstände der Bank kauften Anfang des Monats jeweils bis zu 4 000 Aktien, als die Notierung an der Börse nach einem enttäuschenden Quartalsergebnis um mehr als sieben Prozent eingebrochen war.

Martin Blessing, Chef der Mittelstandsbank innerhalb des Konzerns, erwarb für 104 000 Euro die meisten Papiere von allen Vorstandsmitgliedern. Bankchef Klaus-Peter Müller sowie die Vorstände Eric Strutz, Achim Kassow und Nicolas Teller kauften zusammen Anteilsscheine für insgesamt rund 236 000 Euro. „An diesem Tag haben die Anleger gekauft, die von der Unterbewertung der Aktie überzeugt sind“, kommentierte ein Commerzbank-Sprecher. Bislang brachte diese Aktion den Managern aber kein Glück, da sie im Schnitt zu 26,18 Euro einstiegen, oberhalb des aktuellen Niveaus.

Das Insiderbarometer zeigte nach einer sehr starken zweiten Julihälfte auch in den ersten beiden Augustwochen mit 146 Punkten einen Stand von weit über 100, dem Niveau für eine neutrale Position. Zuletzt waren die Vorstände und Aufsichtsräte im Spätsommer 2003 ähnlich positiv gestimmt, kurz bevor eine drei Jahre anhaltende Aktien-Rally einsetzte.

Die Aktivitäten der Manager gelten als guter Indikator für die künftige Richtung des gesamten Aktienmarkts. Die Kurse folgen dem von den Managern erwarteten Trend in einem Abstand von etwa drei Monaten. In den USA kommen Analysten zu ähnlichen Ergebnissen.

Nach Berechnungen des Aachener Instituts kamen seit Ende Juli auf 38 Kauftransaktionen deutscher Manager nur 18 Verkäufe. In diesen Daten sind Transaktionen, die auf Aktienoptionsprogrammen als Teil der Vergütung beruhen, nicht berücksichtigt. „Wenn Vorstände und Aufsichtsräte sich mit ihrem eigenen Geld so überzeugt in ihren Unternehmen engagieren, dann ist das ein starkes Signal“, sagt Olaf Stotz von Fifam. Allerdings räumt er ein, dass das Volumen seit dem starken Juli etwas dünner geworden ist. Auch technische Analysten haben zuletzt gewarnt, dass die Breite der Aktienrally deutlich nachgelassen habe.

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