Institutionelle Investoren begrenzen gegenwärtig zuallererst ihr Risiko
Großanleger gehen Aktien aus dem Weg

Trotz der Erholung an den Börsen seit Frühjahr vergangenen Jahres machen institutionellen Anleger weiter einen Bogen um Aktien. Sie haben ihre Aktienquoten sogar weiter abgebaut, zeigt eine von RCP & Partners, Wiesbaden, durchgeführte Umfrage unter 68 deutschen und österreichischen institutionellen Anlegern mit einem Vermögen von insgesamt über 180 Mrd. Euro.

FRANKFURT/M. „Ende vergangenen Jahres hatten die Anleger im Schnitt nur noch 20,5 Prozent Aktien, das lag noch einmal 2,2 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres“, sagt Frank Wehlmann, Geschäftsführer der auf das Rating von Asset-Management-Firmen spezialisierten Gesellschaft RCP (Grafik). Jens Schmitt, Geschäftsführer der deutschen Investmentgesellschaft von JPMorgan Fleming Asset Management und einem der größten ausländischen institutionellen Geldverwalter auf dem hiesigen Markt, nennt eine Triebfeder der Entwicklung: „Versicherungen und Pensionskassen beispielsweise mussten sich im vergangenen Jahr auf die aufsichtsrechtlichen Forderungen, sprich Stresstests, einstellen.“ Bei diesen Tests steht die Entwicklung der Kapitalanlagen unter der Annahme hoher Kursrückgänge auf dem Prüfstand.

Daher „begrenzte die Risikotragfähigkeit die Anlagemöglichkeiten“, wie Schmitt formuliert. „Fast die Hälfte des deutschen Spezialfondsmarktes unterliegt diesen Stresstests, betroffen sind Versicherungen und Pensionskassen“, sagt Johann Goldbrunner, Geschäftsführer der zur Allianz Dresdner Asset Management gehörenden DBI, dem größten deutschen Spezialfondsverwalter.

Der Schwenk von Aktien auf risikoärmere Instrumente spiegelt sich in der weiter von 74,4 auf 77,1 Prozent gestiegenen Anleihenquote wider. „Die Institutionellen müssen in einem Umfeld niedriger Zinsen aber auch hinreichende Renditen erwirtschaften“, sagt Wehlmann. Daher floss laut Uwe Rieken, Partner der vor kurzem gegründeten Beratungsfirma Faros Consulting, „ein Teil der Gelder in Firmenpapiere.“ Das bestätigt Wehlmann mit weiteren Umfragezahlen: „Der durchschnittliche Anteil von höher verzinslichen Unternehmensbonds kletterte auf 9,2 Prozent, nachdem es ein Jahr zuvor 7,6 Prozent waren.“

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