Interview
Aktien besser als Zinspapiere

Ernst Huber, 39, zum 1.März Vorstandschef der DAB, hofft, zaudernde Anleger wieder für den Aktienhandel gewinnen zu können – und damit auch als Kunden seiner Direktbank.

Herr Huber, Ihre Hoffnung, die Aktienkunden würden mit den seit 2003 steigenden Kursen an die Börse zurückkommen, hat sich nicht ansatzweise erfüllt.

Nicht ganz, aber wir arbeiten profitabel.

Sie wollen also die Preise nicht erhöhen?

Nein.

Wie Sie mit Zertifikaten höhere Renditen erwirtschaften,
lesen Sie alle 14 Tage im Zertifikate-Newsletter von Handelsblatt.com.

» Hier geht's zur Anmeldung.

Wie wollen Sie wachsen? Die Zahl der Aktionäre hat ihren Tiefstand erreicht.

Abwarten. Die gängige Erklärung dafür ist, die Leute hätten sich 2000 nachhaltig die Finger am Aktienmarkt verbrannt und blieben nun für immer Zinssparer. Ich bin da nicht so sicher. Wir hatten parallel jahrelang steigende Arbeitslosenzahlen und sinkende Reallöhne. Jetzt kommt die Konjunktur in Schwung, und dieser Aufschwung wird auch wieder Aktien-, Fonds- und Zertifikatekunden generieren.

So ganz scheinen Sie dem nicht zu trauen. Sonst müssten Sie nicht mit weit höheren Zinsen als die Filialbanken werben.

Klar, unsere 3,6 Prozent zielen auf Neukunden, die wir von Filialbanken abwerben wollen. Aber die Leute sollen nicht nur wegen der hohen Zinsen zu uns kommen. Die gibt es woanders auch.

Sondern?

Wir wollen, dass sie als Zinssparer kommen, aber als Investor bei uns alt werden.

Wie wollen Sie das schaffen?

Durch ständiges Wiederholen der Fakten: Aktien sind auf lange Sicht erwiesenermaßen besser als Zinspapiere. Und zwar fast unabhängig vom Einstiegszeitpunkt. Und: Wer privat etwas für die Altersvorsorge tun will, kommt an Aktien oder Fonds nicht vorbei. Zinsprodukte schaffen kaum noch mehr als einen Inflationsausgleich.

Daran sind Sie nicht ganz unschuldig.

Wie bitte?

Die Banken geben die Zinserhöhungen mit Verzögerung an Sparer weiter. Kredit- und Überziehungszinsen steigen sofort.

Da Kredite - außer Wertpapierkrediten – nicht unser Geschäft sind, kann ich dazu nichts sagen. Mit unserem aktuellen Tagesgeldsatz partizipieren unsere Kunden an den steigenden Zinsen.

Die Raiffeisenbanken planen eine eigene Direktbank. Macht Ihnen das Angst?

Dort scheint die Schmerzgrenze in puncto Kundenaderlass erreicht. Aber der Erfolg der Sparkassen mit dem S-Broker hält sich in Grenzen.

Ernst Huber, 39, wird zum 1. März Vorstandschef der DAB, Deutschlands zweitgrößter Direktbank, die zu Unicredit gehört.


VERGLEICHSRECHNER

mehr

  

Nutzen Sie hier unseren kostenlosen und unabhängigen Service: Wer bietet Ihnen aktuell die besten Zinsen und Konditionen?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%