Interview
„An der Börse drohen erhebliche Rückschläge“

Die Börsen sind noch nicht aus dem Gröbsten heraus - trotz der kräftigen Gewinne in den vergangenen Wochen. Das zumindest sagt Rüdiger von Nitzsch, Kapitalmarktexperte und Professor an der RWTH Aachen. Warum Anleger vorsichtig sein sollten und den Banken schwere Monate bevorstehen.

Handelsblatt: Herr von Nitzsch, was sind im Moment die größten Einflussgrößen auf die Börse?

von Nitzsch: Die Börsen hängen momentan zum einen sehr stark von den verschiedenen konjunkturrelevanten Indikatoren ab, die veröffentlicht werden. Zum anderen haben viele Investoren trotz Krise noch ausreichend Geld, das angelegt werden muss. Dies kann, wie man zuletzt sehen konnte, zu erfreulichen Kursbewegungen führen.

Was würden Sie Anlegern in der jetzigen Situation raten?

Anleger sollten sich in keinem Fall von kurzfristigen Kurssteigerungen motivieren lassen, schnell auf den Zug aufzuspringen. Fundamental sind wir immer noch in einer sehr kritischen Situation, so dass es jederzeit zu erheblichen Rückschlägen kommen kann.

Wie sollte ein ausgewogenes Depot zusammen gestellt sein?

Im Grunde nicht anders als in normalen Zeiten. Breit gestreute Assetklassen mit einer Gewichtung, die von der Risikoeinstellung des Investors abhängig ist. Je risikofreudiger, desto höher ist der Anteil risikobehafteter Assetklassen.

Wenn Aktien, auf welche Branchen sollten Anleger genau schauen?

Auch hier gilt: Der Investor sollte nicht auf einzelne Branchen spekulieren. Diversifikation über verschiedene Branchen ist meist noch effektiver als eine Diversifikation über verschiedene Länder. Wer aus Furcht vor Inflation in Aktien investieren möchte, sollte darauf achten, dass in dem Unternehmen auch wirklich Sachwerte in der Bilanz stehen oder das Ertragsmodell auf Sachwerten aufbaut. Dies ist meist bei weniger zyklischen Branchen der Fall.

Seite 1:

„An der Börse drohen erhebliche Rückschläge“

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%