Interview
„Gefahr für die Stabilität“

Wolfgang Hetzer, Leiter des Bereichs Nachrichtendienste, Strategie und Analyse bei der EU-Kommission, über die konkreten Auswirkungen des Terrors auf die Weltwirtschaft.

Herr Hetzer, welche konkreten Auswirkungen hat der Terror auf die Weltwirtschaft?

Terrorismus hemmt die Weltwirtschaft insgesamt. Er belastet einige Wirtschaftszweige wie den Tourismus besonders stark. Terroristen sind nicht dumm, sie identifizieren die schwächste Stelle des Systems, und das ist in diesem Fall der Fremdenverkehr. Die Angst vor Terrorismus führt dazu, dass die Menschen ihre Reisepläne ändern, was zu einer ganzen Kaskade weiterer Maßnahmen führt, die insgesamt destabilisierend wirken.

Welche Bereiche sind neben dem Tourismus dabei am stärksten betroffen? All jene Bereiche, die als verwundbar gelten und bei denen erhöhte Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind. Denken Sie an solche Branchen, die zur Grundversorgung der Bürger mit Energie, Wasser und Lebensmitteln beitragen. Auch die Verkehrs- und Transportbranche ist betroffen.

Wie sieht es mit der Finanzwirtschaft aus?

Die Bankwirtschaft hat durch ihre Mitwirkungsverpflichtung beim Thema Geldwäsche riesige Investitionen treffen müssen, um den Anforderungen des Gesetzgebers zu entsprechen. Das sind alles Folgekosten des Terrorismus, die noch heute nachwirken. Allerdings spielten die Banken hier nicht nur die Rolle des Hilfssheriffs. Sie handeln bei der Terror-Vorsorge auch im eigenen Interesse. Die IT-Investitionen sind für Banken eine Absicherung gegen Reputationsschäden. So können sie sich zum Beispiel gegen fragwürdige Kunden schützen. Die Banken müssen daran interessiert sein, Rechtsunsicherheit zu vermeiden.

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