Interview mit Joachim Faber
„Ein attraktiver Markt“

Das Handelsblatt sprach mit Joachim Faber, Vorstandsmitglied der Allianz, über die Rolle der Altersvorsorge in Deutschland sowie Chancen und Risiken eines verstärkten Aktienengagements in Schwellenländern.

Die Vorsorge im Alter spielt in Deutschland eine immer wichtigere Rolle, wo geht die Reise hin?

Die Überalterung der Bevölkerung trifft auch Deutschland. Politik und Bürger werden verstärkt aktiv, um die entstehende Lücke in der Alter-vorsorge zu decken. Das fängt von bei der betrieblichen Altervorsorge an, geht über Investmentfonds bis hin zur direkten Anlage in Aktien und Anleihen. Eine größere Bedeutung werden aber auch Lebensversicherungen und Immobilien erhalten.

...was heißt das konkret?

Ein Beispiel: Um ihre Rentenlücke zu schließen, müssen heute junge Berufstätige mit einem Ansparhori-zont von 40 Jahren etwa fünf Prozent ihres Einkommens zusätzlich sparen. Dabei wird eine Rendite von fünf Prozent vorausgesetzt.

Die Vorsorge im Alter spielt in Deutschland eine immer wichtigere Rolle, wo geht die Reise hin?

Die Überalterung der Bevölkerung trifft auch Deutschland. Politik und Bürger werden verstärkt aktiv, um die entstehende Lücke in der Alter-vorsorge zu decken. Das fängt von bei der betrieblichen Altervorsorge an, geht über Investmentfonds bis hin zur direkten Anlage in Aktien und Anleihen. Eine größere Bedeutung werden aber auch Lebensversicherungen und Immobilien erhalten.

...was heißt das konkret?

Ein Beispiel: Um ihre Rentenlücke zu schließen, müssen heute junge Berufstätige mit einem Ansparhori-zont von 40 Jahren etwa fünf Prozent ihres Einkommens zusätzlich sparen. Dabei wird eine Rendite von fünf Prozent vorausgesetzt.

Aber ist das nicht alles Augenwischerei? Häufig wird befürchtet, dass es zu einem drastischen Fall der Wertpapierkurse kommt, wenn die Baby- boom-Generation ihre Ersparnis- se für die Rente wieder aufzehren muss.

Ich sehe das nicht. In den nächsten zehn bis 20 Jahren ist etwa in der Vermögensverwaltung mit einem erheblichen Wachstum zu rechnen. Trotzdem müssen sich die deutschen Vermögensverwalter internationaler ausrichten, um vom Vermögensaufbau in anderen Staaten zu profitieren. Ich bin deshalb ein ausgesprochener Verfechter von verstärkten Aktienengagements auch in Schwellenländern, um auf Dauer möglichst eine Rendite von über fünf Prozent erzielen zu können.

Was ist mit den damit verbundenen Risiken?

Seit der Asienkrise 1997 haben die Staaten in Osteuropa, Lateinamerika und Asien dazugelernt. Sie senkten die Auslandsverschuldung, bauten Devisenreserven auf und sind damit wesentlich stabiler geworden. Auch das Niveau für eine gute Unternehmensführung, Corporate Governance, und der Rechnungslegung haben sich verbessert. Ohnehin hat selbst der Westen hier Probleme, wie die Beispiele Enron und Worldcom zeigen.

Was heißt das konkret für Asien?

Natürlich gibt es hier noch einiges zu tun, aber gerade in Nordasien hat es bei Banken und den Kapitalmärkten erhebliche Fortschritte gegeben. Denken Sie nur an die Einführung von Pensions- und Altersvorsorgesystemen in Taiwan, Hongkong und jetzt auch in China. Angesichts dessen sind die Regierungen auch dabei, Kapitalmarktregulierung und Aufsicht zu verstärken. China erlaubt deshalb ausländischen Asset Managern sich verstärkt in der Vermögensverwaltung im eigenen Land zu engagieren , um qualitativ hochwertiges Risikomanagement zu importieren. Die Allianz selbst ist deshalb auf der Fondsseite ein Joint Venture mit Guotai Junan, einem der fünf größten Wertpapierhäuser in China eingegangen.

Spielt China auch bei der Anlage für die von Allianz verwalteten Fonds ein immer wichtigere Rolle?

Mit der Entwicklung des Kapitalmarktes sehe ich vor allem Chancen bei Aktien. Der für Ausländer zugängliche Markt für B-Aktien gewinnt an Tiefe. Der Staat ist an den wichtigsten Unternehmen beteiligt, und diese sollen an die Börse gehen, also privatisiert werden. Der Nachschub an neuen Aktien dürfte also für die nächsten Jahre ungebrochen bleiben. Das macht den Markt noch tiefer und attraktiver. Und das ob-wohl die chinesische Führung das Wirtschaftswachstum zurzeit kräftig bremst und das Bankensystem saniert. Dennoch ist für 2005 mit ei-nem Wachstum von etwa acht Pro-zent zu rechnen. Ich bin der Überzeugung, dass den Chinesen die Gratwanderung gelingt und es nicht zu einer harten Landung in der Wirtschaft kommt.

Fehlt dem Kapitalmarkt nicht ein freier Wechselkurs?

Es stimmt, dass bisher der Yuan an den Dollar gebunden ist. Allerdings hat die chinesische Führung hier deutliche Signale ausgesandt: Sie ist bereit, auf Dauer zu einer Flexibilisierung überzugehen. Die Chinesen werden das Projekt so handhaben, dass es ein Erfolg wird und zu keinen großen Problemen für die heimische Wirtschaft führt. Ich sehe deshalb kein Hindernis, bereits jetzt stark in den chinesische Kapitalmarkt zu investieren, wobei Anleihen momentan keine attraktive Anlage sind.

Die Fragen stellte Robert Landgraf.

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