Interview mit Klaus Kaldemorgen (Teil 2)
„Wir investieren wie Warren Buffett“

Klaus Kaldemorgen rät Anlegern, mehr Aktien zu kaufen. Im zweiten Teil des Interviews mit Handelsblatt Online verrät der bekannte Fondsmanager, worauf er setzt. Und warum er Immobilien und Gold lieber liegen lässt.
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Herr Kaldemorgen, im ersten Teil unseres Gesprächs haben Sie erläutert, wie der Ansatz ihres neuen Fonds Concept Kaldemorgen funktioniert. Lassen Sie uns jetzt zu Ihren Markteinschätzungen kommen. Sie sagten, dass Sie fallweise auch mit Währungen spekulieren - was machen Sie mit der jüngsten Prognose der Deutschen Bank, wonach der Euro im nächsten Jahr von derzeit 1,36 US-Dollar auf 1,15 Dollar sinken soll?
Auch wenn wir mit dem Fonds einzelne Währungswetten eingehen, vergesse ich nicht, dass Währungen sehr komplex und schwer vorherzusagen sind – schon weil politische Entscheidungen eine Rolle spielen. Den Dollar haben viele Experten schon in den vergangenen Jahren falsch vorhergesagt. Und wir sind froh, dass wir nicht zu viel davon im Portfolio hatten.

Warum ist denn das Euro-Dollar-Verhältnis entgegen der Vorhersagen bisher nicht gekippt?
Meiner Meinung nach wird die lockere Geldpolitik der US-Zentralbank generell als gefährlich angesehen. Das hat dem Euro genutzt. Die Europäer müssen aber nachlegen, denn die Banken zahlen Hilfen schneller als erwartet zurück. Dadurch schrumpft die EZB-Bilanz und Europa muss deshalb aufdrehen. Die unterschiedliche Geschwindigkeit der Geldpolitik könnte dann den Euro schwächen.

Sie gehen aber offensichtlich davon aus, dass die Geldpolitik im Euroraum locker bleibt. Das wäre doch gut für die Aktienmärkte…
Wir sind in Europa ja auch dreimal so stark gewichtet wie in den USA. Das sagt hier wohl alles. Es zeichnet sich ab, dass die Eurozone aus der Rezession kommt. Das sorgt für Fantasie – wenn wir auch für den Dax kurzfristig skeptisch bleiben. Die Frage ist natürlich auch, wie dauerhaft das ist. Denn die Erwartungen an die Geldpolitik sind hoch. Zugleich sind die Wachstumsszenarien sehr optimistisch. Das ist keine gute Kombination und wird uns womöglich Anfang nächsten Jahres beschäftigen.

Glauben Sie auch, dass es in den Schwellenländern wieder aufwärts geht?
Der Rutsch war an vielen Börsen heftig und begleitet von einer Korrektur der Rohstoffpreise, was wiederum zum Beispiel die Brasilianer und Russen stark getroffen hat. Einige Probleme waren aber auch hausgemacht. Ich würde etwa nicht in Indien investieren, solange die Handelsbilanz und die realen Renditen negativ sind. China oder Brasilien schauen wir uns hingegen wieder an.

Kommentare zu " Interview mit Klaus Kaldemorgen (Teil 2): „Wir investieren wie Warren Buffett“"

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  • Warum schreiben Sie nicht mal etwas über die von der EU geplante Zwangsabgabe vom Vermögen von Privatpersonen ? Siehe Bericht in der Wirtschafts Woche. Es wäre doch interessant, mal zu erfahren, wie sich der Bürger davor bewahren kann. Aber da schweigt die gesamte Mediengesellschaft.

  • Mit dem Investieren ist es wie mit dem Wetter: Jeder interessiert sich dafür und jeder kann mitreden. Nur am Wissen fehlt's.

  • Das der Herr sich noch traut was zu empfehlen!

    Die von ihm verwalteten Fonds sind doch alle die absoluten Underperformer und sich dann noch mit Warren Buffet zu vergleichen, kann man nur lachen.

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