Interview mit Markus Miller: „Wer Anleihen kauft, geht eine kühne Wette ein“

Interview mit Markus Miller
„Wer Anleihen kauft, geht eine kühne Wette ein“

Um sich aus der Schuldenkrise zu befreien, haben die Staaten verschiedene Möglichkeiten - schmerzhaft sind sie alle, sagt Markus Miller, Gründer der Informationsplattform geopolitical.biz. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt er, wie sich Anleger gegen eine Systemkrise versichern können, welche Fehler sie dabei nicht machen dürfen und wieso sich Inflation und Deflation nicht ausschließen.
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Herr Miller, wo sehen Sie die größten Risiken für die Kapitalmärkte?

Risiken sind grundsätzlich nicht schlecht, denn sie bieten auch Chancen. Mit Blick auf die Staatsschuldendebatte würde ich sagen: Wenn die Länder sparen, ist die Lage beherrschbar. Das würde aber gleichzeitig bedeuten: Ausgaben sinken, Steuern steigen, durch höhere Inflation können die Staatschulden ebenfalls entwertet werden - damit natürlich auch die Sparguthaben. Wenn das nicht funktioniert, dann bleibt nur der Staatsbankrott.

Sie meinen in der EU?

Es gibt eine Spaltung zwischen Nord- und Südeuropa. Nordeuropa ist viel stabiler als Südeuropa. Ich könnte mir eine Zweiteilung in die beiden Regionen vorstellen.

Das würde eine Systemkrise bedeuten...

Dagegen muss man sich versichern. Eine gute Versicherung sind Edelmetalle. Bei einem Staatsbankrott und einer Währungsreform kann ich diese Werte zurücktauschen.

Eine große Debatte rankt sich um die Frage: Bekommen wir Deflation oder Inflation?

Man kann beides gleichzeitig haben. In der Konsumtechnologie und bei Autos sind wir eher in der Deflation und damit fallenden Preisen, bei Nahrungsmitteln eher in der Inflation. Das bietet natürlich Anlagechancen. Nahrungsmittel und Wasser sind aus Investorensicht zwei sehr interessante Themen.

Was erwarten Sie langfristig beim Thema Geldentwertung?

Die Kaufkraft wird nur schwer erhalten werden können. Die Belastungen zur Finanzierung des Gesundheitssystems und zur Altersvorsorge werden einfach zu stark ansteigen. Dann kann man natürlich sagen: Wer jetzt Anleihen und Festgeld setzt, geht die kühne Wette ein, dass der Anbieter dass Geld zurückzahlen kann und die Kaufkraft erhalten bleibt.

Welche Fehler sollten Anleger vermeiden?

Da gibt es viele. Wer sich nach seinem Bauchgefühl entscheidet oder auf Prognosen der Banker hört, ist oft schlecht beraten. Ein eigenes Kapitel sind Klumpenrisiken. Das kann heißen: Man hat nur eine Anlage, nur einen Vermögensverwalter, hat das Vermögen in nur einem Land. In Sachen Vermögensverwalter möchte ich noch sagen, dass bei überschaubarem Kapital auch der Anleger gefordert ist. Er muss ein Stück Eigenverantwortung übernehmen und sich mit den Themen beschäftigen. Beim Hausbau oder beim Autokauf ist das ja oft nicht anders.

Kommentare zu " Interview mit Markus Miller: „Wer Anleihen kauft, geht eine kühne Wette ein“"

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  • (ganz besonders an die Leute wie tuktuk und k.h.a)

    bildzeitungsniveau hat heute jeder banker der den Leuten Staatsanleihen verkauft. Die Griechenlandsanleihen - muß man haben. Oder die ungarische, oder die portugisische und ja irische.

    Das unter der Voraussetzung, daß man ja ohnehin schon die USA Staatsanleihen hat, natürlich auf Kredit. Ja die werden's bringen. Wenn man Glück hat bekommt man sogar etwas zurück (so 10%).

    Was kursieren hier manchmal für kleine Dummschwätzer, die meinen etwas anfügen zu müssen.

    Ja... die ultimative Anage heute ist und bleibt Gold und Silber! Die überleben alle Pleiten auch der Staaten! Zumal Gold/Silber nicht unbegrenzt verfügbar ist. Mit dem Geldvermögen mit dem man alle Dow Jones Werte hätte man kaufen können, kauft man den Silber/Goldmarkt 100fach. Und selbst wenn es nur einfach gekauft werden sollte: was glaubt ihr zu welchem Preis ihr es bekommt, wenn nichts mehr verfügbar ist?

  • Wo möchte denn die (Chef-)Redaktion mit dieser Negligenz fischen gehen? Trotzdem werden die nicht zu Lesern eines nur orangefarbigen blattes.

  • Eine kurze und knappe - und wie ich meine auch richtige - Zusammenfassung dessen, was ist und sein wird.

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