Interview mit Martin Siegel

„Gold könnte der Neue Markt werden“

Der Goldpreis steigt und steigt. Und das dürfte, schätzt Fondsmanager Martin Siegel, noch eine ganze Weile so weitergehen. Noch sei das Interesse an dem Edelmetall nicht so groß, wie viele das vielleicht glauben. Irgendwann, sagt Siegel, könnte der große Rausch kommen – so wie vor gut zehn Jahren am Neuen Markt.
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Goldexperte Martin Siegel: "Sehr emotionale Anlage" Quelle: Pressebild

Goldexperte Martin Siegel: "Sehr emotionale Anlage"

(Foto: Pressebild)

Handelsblatt: Der bekannte Devisenspekulant George Soros sagt, Gold sei die ultimative Vermögensblase. Hat er Recht?

Martin Siegel: Auch ich habe das Wort "Goldblase" in meine Vorträge aufgenommen, glaube aber, dass die Aussage von Herrn Soros von vielen falsch interpretiert wurde. Natürlich besteht die Gefahr, dass wir am Goldmarkt irgendwann eine Blase haben werden, das ist sogar sehr wahrscheinlich. Die Betonung liegt allerdings auf "irgendwann". Herr Soros hat sicherlich nicht die kommenden Wochen und Monate gemeint. Er selbst ist übrigens mit einem nicht unerheblichen Teil seines Vermögens in Gold investiert. Würde er glauben, dass die Blase, so es sie denn schon gäbe, bald platzt, hätte er vermutlich eine andere Strategie gewählt.

Wann ist "irgendwann"?

Genau kann das niemand vorhersagen. Es dürfte sich aber um Jahre handeln.

An den Bankschaltern stehen die Leute Schlange, um sich einen Krügerrand abzuholen; mittlerweile gibt es Automaten, an denen man Gold ziehen kann. Ich behaupte, das sind bereits Anzeichen von Übertreibung.

Im Frühjahr habe ich auf einer Veranstaltung referiert, bei der es um alternative Investments ging. Immobilien, Wald, staatlich alimentierte Solaranlagen oder Wasserkraft - darüber wollten die Leute mehr wissen. Niemand hat sich dagegen für Gold interessiert. Anderes Beispiel: Vor einigen Jahren sollte ich vor Beratern gut betuchter Investoren sprechen, den sogenannten Family Offices. Ich hatte einen sehr ruhigen Nachmittag, konnte mich in die Sonne setzen. Gold hat auch dort niemanden interessiert. Das Thema Kunst dagegen stand besonders hoch im Kurs.

Okay, noch ein Versuch: Im Fernsehen laufen mittlerweile Werbespots von Unternehmen, die Eheringe, Zahngold oder die Kette von Großmütterchen ankaufen.

Diese Ankäufer hat es schon immer gegeben. Nicht wenige von denen ziehen die Kunden über den Tisch, geben 40 Euro für Gold, das eigentlich 200 Euro wert ist. Neu ist, dass sie auch im Fernsehen auftauchen, da haben sie Recht. Ich würde das aber nicht als Beleg dafür nehmen, dass sich derzeit die ganze Welt mit dem Thema Gold beschäftigt. Ich will meine Beobachtungen aber auch mit Zahlen belegen: Ein Prozent der Vermögen ist derzeit in Gold investiert, 1980 war es erheblich mehr. So groß scheint die Euphorie also nicht zu sein.

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8 Kommentare zu "Interview mit Martin Siegel: „Gold könnte der Neue Markt werden“"

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  • @ bundesbeamter:
    Sie moegen ja Recht haben, aber wenn die Zeiten so hart werden, werden wir - die Goldhamster - auch einen Weg finden, damit das jeweilig interessante
    Zahlungsmittel zu erwerben.
    Schwarzmarkt war ja auch verboten.
    Und der Alkoholkonsum in den USA war in der Prohitionszeit am Hoechsten.

  • @bundesbeamter

    schon möglich, dass Goldkäufer naiv sind (lauter Lacher)

    Und was sind dann die besitzer von KLV; Riester-produkten und Anleihen bzw. bundeswertpapieren ?

  • @bundesbeamter

    ich weiß ja nicht wie es ihnen geht, aber ich habe mein privat gelagertes Gold unglücklicherweise verloren ;)

    Gruß

  • Goldkäufer sind naiv.
    Selbstverständlich haben die emsigen beamten schon vor 2 Jahren einen Gesetzentwurf verfasst, der in der Schublade liegt und bei einem staatlichen Finanzkollaps binnen Stunden in Kraft gesetzt werden kann. Was steht dort drin:
    1.) bankschließfächer dürfen nur noch im beisein eines Finanzbeamten geöffnet werden.
    2.) Jegliche Verwendungen von Gold, Silber, Platin und anderen Edelmetallen im Geschäftsverkehr als Zahlungsmittelersatz ist unter Androhung hoher Strafen verboten.
    3.) Der bundesminister für Finanzen kann verordnen, dass Gold zu einem festgelegten Preis an die bundesbank verkauft werden muss.

    insider wissen das längst; sämtliche Staaten haben derartige Gesetze in der Schublade (die Entwürfe sind international abgestimmt).
    Gold ist folglich kein geeignetes Krisenschutzinstrument.

  • Wenn es zur Kernschmelze des Weltfinanzsystems infolge von Staatspleiten kommt, dann braucht man noch dringender als Gold, Konservendosen und Waffen!

  • Wenn die Panik kommt steht Gold bei 2000-3000?? Wenn die richtige Panik kommt, die Leute merken, dass ihre Spareinlagen weg sind und unser schönes Papiergeld nix wert ist, dann steht Gold ganz schnell bei 100.000, reicht auch aus wenn die Comex wegen den ganzen naked shorts zusammenbricht.

  • blablabla......dummes, langweiliges Gelaber.
    Silber und gold physisch kaufen soviel es geht. daheim verstecken, zurücklehnen und abwarten.....
    So einfach ist das !

  • Gold wird weiterhin ein interessantes Thema sein, weil Gold in der Vermögensstruktur weiterhin vernachlässigt ist und die weltweite Staatsverschuldung beängstigend ist. Geld ist beliebig vermehrbar, Gold nicht!

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