Interview
„Wer glauben will, sollte lieber in die Kirche gehen“

Bei angeblichen Öko-Investments mit hohen Renditeversprechen lauern viele Gefahren. Der Münchener Fachanwalt für Kapitalanlagerecht, Peter Mattil, erklärt, wie sich Anleger vor herben Verlusten schützen können.
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Herr Mattil, mit blinkenden Werbeanzeigen werden Verbraucher im Internet zum Investment in Rohstoffe wie Holz und Palmöl gelockt. Versprochen werden Renditen von jährlich mehr als zwölf Prozent. Ist das eine gute Anlage?

In den allermeisten Fällen würde ich sagen ‚Finger weg’. Denn sehr hohe Renditeversprechen bedeuten immer auch ein sehr hohes Risiko. Nach meiner Erfahrung gehe ich davon aus, dass gerade mal zwei von tausend solcher Angeboten seriös sind.

Haben Sie in Ihrer Kanzlei bereits Erfahrungen mit Investitionen in Holz  gemacht?

Ich hatte schon viele Mandanten, die Baum-Investments und Ähnliches abgeschlossen haben. Am Ende existierten weder die Grundstücke noch die Bäume, das Unternehmen war eine reine Briefkastenfirma und ihr Geld haben die Anleger nie wieder gesehen.

Gibt es für Betrogene eine Chance, ihr Geld zurückzubekommen?

Wenn es sich tatsächlich um eine Briefkastenfirma handelt, ist es sehr schwierig, die Verantwortlichen ausfindig zu machen. Bis der Kunde Verdacht schöpft, sind die meist schon mit einem Sack voll Geld über alle Berge.

Und wenn tatsächlich ein richtiges Unternehmen dahinter steht?

Auch dann ist es nahezu unmöglich, das Geld zurückzubekommen. In ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen weisen die Anbieter in der Regel darauf hin, dass der Totalverlust des Kapitals möglich ist. Damit haben sie den Kunden über das Risiko aufgeklärt.

Könnten Anleger nicht auf Schadenersatz klagen?

Das können sie schon, aber dann müssen sie auch nachweisen, dass das Unternehmen grob fahrlässig oder mit Absicht gehandelt hat und dadurch beispielsweise kein Ertrag aus den gepflanzten Bäumen erzielt wurde. Da die Plantagen meist weit weg in Südamerika liegen, ist die Beweisführung aber quasi unmöglich.

Warum schreitet bei solchen Angeboten nicht die Finanzaufsicht Bafin ein?

Es wäre schön, wenn sie das täte. Solche Angebote gehören aber zum Grauen Kapitalmarkt und werden bisher nicht reguliert. Es werden also weder die Angebote selbst noch die Prospekte von der Bafin geprüft.

Im vergangenen Jahr wurde das Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagenrecht novelliert. Wird das die Situation bald verbessern?

Das Gesetz stellt schon eine deutliche Verbesserung dar. Berater müssen nun eine Haftpflichtversicherung haben und die Verjährungsfristen für Klagen wegen Prospekthaftung wurden verlängert. Allerdings wurden Gewerbebehörden für die Überwachung des Vertriebs eingesetzt. Aus meiner Sicht sollte das besser die Bafin machen. Außerdem fehlt eine Regelung, dass Anleger bei Investments nicht persönlich haften und Geld nachschießen dürfen.

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Anleger haben keine Kontrollmöglichkeiten

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  • eigentlich müsste sich das handelsblatt doch schämen. Der ganze Artikel verurteilt global eine Branche und Geschäftszweig und auf der gleichen Handelsblattseite ist die Werbung dieser Firmen und das Handelsblatt verdient damit Geld. Damit seid Ihr noch schlimmer als der ehemalige Bundespräsident.

  • Es ist schon ein Elend mit welchen unsinnigen Fakten hier unqualifiziert herumgeworfen und viele Dinge miteinander vermischt werden. Ein Anwalt macht jeden Holzwirschaftsbetrieb zum Gauner und Betrüger und disqualifiziert sich damit selbst. Holzwirtschaft ist ein seit jahrhunderten funktionierendes Gewerbe und Geschäft.
    10%p.a. sind unrealistisch? Apple verdient an jedem iPad über 100%, ja sogar teilweise mehr als 200%. Wollen Sie sagen Apple deswegen ein Betrüger, ein grauer Kapitalmarkt ist? Wollen Sie sagen die Renditen sind gelogen? Die Börse sagt, Sie haben keine wirkliche Ahnung! ich vermute mal, daß hier wieder ein mieses Geschäft mit der Angst gemacht wird und Werbung für eine Anwaltskanzlei. Es strotzt vor Negativem und fehlt seriöse Sachlichkeit! Auf dem nächsten Flug lese ich definitiv kein Handelsblatt.

  • Wer meint mit Holz-Farmen sei ein Ertrag möglich, soll sich ein genügend großes Grundstück kaufen und selber Bäume pflanzen. So vermeidet man jeden Geldabfluß an Andere, - und ist natürlich auch für den Erfolg der Pflanzung nur selber verantwortlich.

    Nebenbei: es geht, ich mach es selber: 12 ha wildes Land in Ost-Texas kosteten 30 t$. Die Holzernte des Mischwaldes brachte 22 t$. Nun wachsen dort edlere Hölzer. Es ist natürlich ein generationen-übergreifendes sowie ein inflationsgesichertes Projekt, - aber rechnet sich mit Sicherheit.

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