Invesco Fondsmanager Jeff Taylor
Die Trophäen unter den europäischen Aktien

Fondsmanager Jeff Taylor spricht über seinen Optimismus für das Anlegerjahr 2016. Seine Prognosen überraschen: Gute Kurschancen sieht er vor allem bei Aktien, die zuletzt eher gelitten hatten.

LondonJeff Taylor, Fondsmanager und Leiter des Teams Europäische Aktien bei Invesco Perpetual, fällt meist durch seinen Optimismus auf. Seit etwa drei Jahren hat er einen positiven Ausblick für europäische Unternehmen und ihre Aktien. Diese Zuversicht lässt er sich bisher nicht nehmen – und sagt auch fürs nächste Jahr zweistellige Kurs- und Ertragszuwächse voraus.

Mister Taylor, haben die Ereignisse wie die Terrorattacken in Paris Ihre optimistische Sicht auf Europa und die europäischen Konjunktur getrübt?
Nein, nicht wirklich. Ich will die Ereignisse in Frankreich und zuletzt in Belgien nicht kleinreden, aber die Europäer sind aus hartem Holz geschnitzt. Und wenn ich an die Terrorattentate in der Vergangenheit denke, etwa 2005 in London, dann hat man gesehen, dass sich Europa schnell wieder erholt hat. Ich bin daher weiterhin optimistisch, was die Wirtschaftsaussichten Europas angeht und erwarte bei den Unternehmen in diesem und im nächsten Jahr wieder zweistellige Zuwächse bei den Erträgen und Aktienkursen.

Einige warnen, dass eine Reihe von Unternehmen bereits überbewertet sei und man daher nicht mehr mit hohen Kurssteigerungen rechnen dürfe.
Wenn man sich das in einem größeren Gesamtzusammenhang anschaut, dann werden viele Unternehmen noch mit großen Abschlägen gehandelt. Das Bewertungsniveau insgesamt ist nach wie vor vergleichsweise niedrig.

Worauf basiert ihre Zuversicht für 2016 in erster Linie?
Auf einer Kombination verschiedener Faktoren: dem Vorhandensein von viel Liquidität, dem niedrigen Ölpreis, einem vorteilhaften Wechselkurs und einem wieder funktionierenden Bankensystem. Es gibt eine stärkere Neigung der Banken, Kredite zu gewähren, weil die Eigenkapitalausstattung das inzwischen wieder zulässt. Und dazu kommt vielleicht der für mich wichtigste Grund meiner Zuversicht: Der Kaufstreik der Konsumenten in Europa scheint vorbei, die Binnennachfrage zieht wieder an. Angespornt wird diese Entwicklung durch Reformen der Regierung wie etwa in Italien. Dort sieht man bereits, dass die Bereitschaft der Unternehmen, neue Mitarbeiter einzustellen, steigt. Das alles zusammengenommen ist für mich eine sehr kraftvolle Mischung, die Europas Konjunktur antreiben wird.

Die Risiken, die etwa von dem schwächelnden Wirtschaftswachstum Chinas ausgehen, halten Sie eher für vernachlässigbar?
Dass Chinas Wachstum nachlässt, sieht man schon seit zwei Jahren. Das dürfte keinen Profi überraschen. Das müsste daher schon in den Aktienkursen europäischer Unternehmen, die stark in China engagiert sind, drin sein.

Der Bankensektor hat in dem von Ihnen gemanagten Fonds mit europäischen Werten bereits ein deutlich höheres Gewicht als andere Branchen. Wollen Sie angesichts der Erholung der Geldhäuser ihre Positionen aufstocken oder die Kapitalerhöhungen von Instituten wie der Credit Suisse und Standard Chartered zu einem Einstieg nutzen?
Ich möchte mich eigentlich nicht konkret zu Credit Suisse oder Standard Chartered äußern – nur so viel: Die geplanten Kapitalerhöhungen sind in der Branche eigentlich die Ausnahme, nicht mehr die Regel. Bei den meisten Banken gibt es keinen Bedarf, das Kapital aufzustocken.

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