Investieren in Aktien Der richtige Umgang mit Gewinnen und Verlusten

Die richtige Strategie, die richtigen Aktien – Börse könnte so schön sein. Leider liegen Anleger oft falsch. Superinvestor George Soros liefert eine einfache Anleitung für den richten Umgang mit Gewinnen und Verlusten.
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Anleger empfinden Verluste zweieinhalb Mal stärker als Gewinne, sagen Hirnforscher. Quelle: dpa
Aktien-Investments

Anleger empfinden Verluste zweieinhalb Mal stärker als Gewinne, sagen Hirnforscher.

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DüsseldorfImmer auf der Gewinnerseite zu stehen, das ist schlichtweg unmöglich. Auch und vor allem an der Börse. Wer behauptet, mit seinen Investments immer richtig zu liegen, der lügt. Es ist unvermeidlich, auch mal Verluste zu erleiden. Manch ein Investor mag natürlich einen besonders guten Riecher haben und öfter auf Gewinner- als Verliereraktien zu setzen. Gerade in Zeiten einer mittlerweile neunjährigen Börsenrally ist das allerdings auch gar nicht so schrecklich schwierig.

Aber wie wichtig ist es überhaupt, richtig zu liegen? Der bekannte Investor George Soros sagte einst: „Es kommt nicht darauf an, ob man richtig liegt oder falsch.“ Darüber mag der ein oder andere Börsianer den Kopf schütteln. Doch der gebürtige Ungar konkretisierte seine Aussage noch: „Entscheidend ist, wie viel man verdient, wenn man richtig liegt, und wie viel man verliert, wenn man falsch liegt.“

Experten können dieser Börsenweisheit viel abgewinnen. „Der Aussage kann ich nur zustimmen, denn sie beleuchtet letztendlich zwei zentrale Aspekte des Investierens“, sagt Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei JP Morgan Asset Management. „Erstens die Frage nach dem Ertragspotential eines Investments und zweitens die Frage des Risikomanagements.“ Und Andreas Telschow, Anlageexperte bei Fidelity International ergänzt: „Investmententscheidungen sind immer ein Blick in die Zukunft.“ Falsch zu liegen gehöre genauso zum Investieren wie Erfolg zu haben. „Wichtig ist, Fehlentscheidungen rechtzeitig zu erkennen und sich dann auch von Investments konsequent wieder zu trennen.“

Doch damit tun sich Anleger schwer. Wer eine Niete aus dem Depot schmeißt, realisiert nicht nur seine Verluste und hat damit seine Fehlentscheidung schwarz auf weiß vor sich. Eine Hoffnung auf Kurserholung, ob nun berechtigt oder nicht, gibt es dann nicht mehr. Hinzu kommt, dass Anleger Verluste zweieinhalb Mal stärker empfinden als Gewinne. Das haben Hirnforscher gemessen.

Wer sich vor hohen Verlusten schützen möchte, kann Stop-Loss-Kurse setzen. Verliert mein Investment stark an Wert, wird automatisch die Reißleine gezogen. Für Telschow ein sinnvolles Instrument. „Wichtig ist, sich Gedanken über den Stop-Loss Kurs zu machen“, sagt der Experte. „Bei stark schwankenden Aktien beispielsweise ist eine höhere Verlustschwelle ratsam.“

Nicht jeder Investor hält Stop-Loss-Kurse für zielführend. Stop-Loss Kurse sind nicht immer zielführend. „Kennt man seine Investments gut, so kann gerade eine Situation, die zu einem Kursrückgang führt, interessant sein - und damit ein Trigger für Nachkäufe“, sagt beispielsweise Fabian Leuchtner, Geschäftsführer der Aguja Capital. „Zudem besteht das Risiko, dass man sich durch Stop-Loss Kurse abgesichert fühlt und das Investment vernachlässigt.“

Auch Galler hält dieses Instrument für denkbar ungeeignet für den langfristigen Investmenterfolg. „In der Idealvorstellung der Investoren hört sich eine Stop-Loss-Strategie immer sehr plausibel an“, sagt der Experte von JP Morgan. Ein möglicherweise unerwartetes Marktrisiko trete ein und die Investments würden mit einem kalkulierbaren Verlust verkauft - so, wie es eben vorher definiert worden sei. „Das ganze ergibt dann eine Art Kontrollillusion des Risikos“, so Galler. „Das Dumme bei der ganzen Sache ist, dass die Welt danach nicht aufhört, sich weiterzudrehen und man sich Gedanken machen muss, was mache ich jetzt mit dem Kapital des Verkaufserlöses oder wann und wo steige ich wieder ein.“

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Und an diesem Punkt würden die meisten Stop-Loss-Strategien scheitern. Ein weiterer Nachteil dieser Strategie sei das Problem, dass Investmentpositionen durch kurzfristige Marktvolatilität ausgestoppt werden können. „Der vielversprechendere Weg für Anleger ist, letztendlich nur so viel Risiko zunehmen, dass ich auch in der Lage bin, temporär starke Verluste in einzelnen Investments auszuhalten“, so Galler.

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1 Kommentar zu "Investieren in Aktien: Der richtige Umgang mit Gewinnen und Verlusten"

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  • Liebes Handelsblatt, dem oben Dargestellten stimme ich zu. Ich finde es aber für den interessierten Kleinanleger ein wenig zu kompliziert. Überall im Leben muss man die Chancen und das Risiko kennen, abschätzen: Das gilt schon beim Abschluss eines Handyvertrags und sonstigen Verträgen. Für das freie Geld verschiedene Anlageformen auch nach verschiedenen Risikoklassen wählen ist wichtig: Sich auch mit einem Teil, den man im Notfall verschmerzen kann, an Aktien, vor allem in Index-Fonds wagen ebenso. Was oben nicht zum Ausdruck kam ist aber genauso entscheidend: Sich eine eigene Meinung bilden, sich nicht auf Berater und den Mainstream verlassen. Zu sich selbst stehen, realistisch sein (dann schmerzen Verluste nicht so sehr, da die Welt im Fluss ist) und seinem Bauchgefühl vertrauen, hilft ungemein. Herzliche Grüße nach Düsseldorf

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