Investment
Es stockt in der Finanzwelt

Die Investmentbranche durchläuft turbulente Zeiten. Dafür sorgen insbesondere die anhaltende Finanzkrise sowie die Verunsicherung durch neue Gesetze und Steuerregeln. Anleger ziehen Milliarden aus Investmentfonds ab.

HB FRANKFURT. Im Gegenzug feiern teure Garantieprodukte und gering verzinste Festgeldkonten Absatzerfolge. Und das zu einer Zeit, in der schon im Hinblick auf die Altersvorsorge renditestarkes Sparen in Aktien und Erfolg versprechenden alternativen Investments wie Rohstoffen so gefragt sein müsste wie nie.

Die vor dreieinhalb Monaten offen ausgebrochene Krise rund um schlechte US-Hypothekendarlehen - das Subprime-Segment - hat auf forderungsbesicherte Anleihen (Asset Backed Securities – kurz ABS) und auf andere Vermögensformen ausgestrahlt – auch wenn die Aktienmärkte nach den vorübergehenden Kursrückgängen wieder auf Rekordkurs steuern. Die Krise ist nicht ausgestanden. Aus der Fondswelt gibt es dafür einen Beleg: Nach der Schließung einiger spezialisierter Fonds für ABS-Titel in der ersten Augusthälfte bleiben die betroffenen Produkte bis auf eine Ausnahme eingefroren.

An den Aktien- und Anleihemärkten dürfte die Lage schwierig werden. Die Verschuldungsprobleme in den USA haben den Dollar bereits massiv in Mitleidenschaft gezogen, den Aufschwung der Rohstoffpreise zusätzlich begünstigt und lassen nun auch Inflationsängste wieder aufleben. Damit dürfte sich die Ära des leichten Geldverdienens an den klassischen Kapitalmärkten ihrem Ende zuneigen. Aus Anlegersicht ist daher in Zukunft eine noch sorgfältigere Produktauswahl gefordert als bisher.

Die jüngsten Daten über die Mittelbewegungen bei den auf Privatanleger ausgerichteten Publikumsfonds sind ebenfalls eher schlechte Nachrichten für die Branche, auch wenn die Bilanz für Oktober laut Kommentaren von Vertretern großer Anlagehäuser besser ausfallen dürfte.

Im August und September zogen die Anleger netto fast elf Mrd. Euro ab, wobei Portfolios für Aktien und Anleihen am stärksten betroffen waren. Treibende Kräfte für diese Bewegungen sind die Börsenunsicherheiten, die eher noch gestiegene Risikoscheu der Investoren, die Konkurrenz durch andere Anlageprodukte und die Unwägbarkeiten beziehungsweise Unsicherheiten im Vorfeld der ab 2009 gültigen Abgeltungsteuer.

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