Investmentchancen
Chinas neue Mittelklasse im Kaufrausch

Die Verbraucher im Reich der Mitte entdecken das Geldausgeben. Noch schlägt sich der Konsumboom nicht in den Börsenkursen nieder. Das Gute daran: Anleger können immer noch günstig investieren.
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Lanzhou/PekingEin gelbes, ein rotes und eins mit grünen Streifen: Zhang Xiaomei kauft gleich drei Paar Turnschuhe. "Die Farben sollen zu meinen neuen T-Shirts passen", erklärt die 27-jährige Büroangestellte ihren Großeinkauf beim chinesischen Sportartikelhersteller "361 Grad". Die Filiale liegt im künstlich beleuchteten Keller der Shopping-Mall Vanguard in der chinesischen Provinzstadt Lanzhou. Ihr Freund trägt ihr die Tüten aus anderen Geschäften hinterher. "Als nächstes ist die Kosmetikabteilung im Erdgeschoss dran", kündigt sie an.
China geht einkaufen. Lanzhou liegt fast tausend Kilometer landeinwärts von Peking und war bisher eher als Standort für dreckige Petrochemie bekannt. Doch auch hier reihen sich heute Autohäuser von Volkswagen und Toyota aneinander, auch hier sind in den vergangenen Jahren große Shopping-Malls entstanden.

Nicht nur in China, sondern auch in den umliegenden Ländern in Fernost kommt der Aufstieg voran. Asiens neue Mittelklasse leistet sich mehr und immer teurere Produkte. Politisch gestützt, sollen die steigenden Ausgaben einer der wichtigsten Wachstumsträger der Welt werden.

Von der Entwicklung der asiatischen Mittelklasse können auch die Anleger in anderen Ländern profitieren. "Der aufstrebende Konsum der Chinesen führt zu einem deutlichen Investitionsschub und daher auch langfristig zu steigenden Aktienkursen der entsprechenden Branchen", sagt Marktstratege Shao Yu von dem Shanghaier Wertpapierhaus Oriental Securities.

Eine Investmentstrategie, die auf Asiens steigenden Konsum setzt, basiert laut Shao auf zwei Arten von Aktien. Das sind einerseits Werte von Anbietern unentbehrlicher Waren für den täglichen Bedarf. In die zweite Gruppe fallen Produkte, die darüber hinausgehen - meist längerfristige Anschaffungen. Zur ersten Kategorie gehören beispielsweise Lebensmittel, Getränke oder Hygienepapier. "Dieser Bereich wird in einem Schwellenland zuerst profitieren", sagt Shao. Die Gruppe der weniger entbehrlichen Konsumwaren - etwa Autos, Mode oder Elektronik - erhält einen kräftigen Schub von der Regierungspolitik. Hinzu kommt: Die Chinesen geben derzeit gerne ihr Geld für Sachen aus, die Spaß machen oder Prestige bringen.

Das derzeit sinkende Wachstum und größere Skepsis der ausländischen Industrie sind kein Hindernis - im Gegenteil, sie sind eher ein Symptom der Wandlung zur Konsumgesellschaft. "Wir beschleunigen derzeit die Transformation unseres Entwicklungsmodells", sagte Premier Wen Jiabao kürzlich bei seiner jährlichen Regierungserklärung. "Dazu dehnen wir die Binnennachfrage energisch aus, und hier insbesondere die Verbrauchernachfrage."

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Kommentare zu " Investmentchancen: Chinas neue Mittelklasse im Kaufrausch"

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  • Mittelklasse sagt man bei Autos.
    Mittelschicht bei Menschen ;-)
    In Englisch ist es middle class.
    Wurde der Artikel von einer Reuters Pressemitteilung kopiert?

  • Chinas Boom ist längst vorbei.
    Mit solchen Artikeln Kleineinleger in einen Markt zu locken, aus dem sich die großen Spieler schon längst verabschieden, ist mehr als nur verantwortungslos.
    Die Kohle des kleinen Mannes erleichtert ermöglicht den großen einen sanfteren Ausstieg.

  • Wirtschaftsboom in China..Es ist alles nur geklaut,sangen die Prinzen einst.Was das unserer Wirtschaft bisher gekostet hat,geht in den hohen dreistelligen Milliardenbereich.So kann man natürlich auch ein Land nach vorne bringen.Nur,ehrlich und fair sieht anders aus.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,465041,00.html

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