Investmentidee des Tages
Das Geld der Alten

Das Thema Demographie ist in aller Munde – nicht nur bei Politikern, sondern auch bei Anlegern. Die Banken preisen verschiedene Fonds und Zertifikate an, mit denen ihre Kunden vom Megatrend der Bevölkerungsalterung profitieren sollen. Was sich lohnt und was nicht. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Die Daten des Statistischen Bundesamtes scheinen beängstigend: Im Jahre 2030 wird jeder Dritte Deutsche älter sein als 60 Jahre. In Zeitungen ist von „Zeitenwende“, „demographischer Zeitbombe“ oder „Vergreisung“ zu lesen. Auch bei unseren Nachbarn, den Franzosen und Polen, sehen die Prognosen der Statistiker ähnlich düster aus. Eine perfekte Vorlage für die Strategieabteilungen der Banken und Fondsgesellschaften. Von dort ist zu hören, dass der demographische Wandel trotz aller Probleme für die Industrienationen durchaus seine guten Seiten haben wird. Der „kluge“ Anleger solle gar von diesem „Megatrend“ profitieren können – schon heute.

Tool: Zertifikate suchen und vergleichen

Die Idee ist denkbar simpel: Man investiere sein Geld in Unternehmen, deren Produkte perfekt auf die neue Kundengruppe abgestimmt sind. In Firmen etwa, die ihr Geld mit Anti-Aging-Cremes, Kreuzfahrten oder dem Verkauf von Hörgeräten verdienen. Vorausgesetzt wird, dass die betagten Kunden von morgen auch gut betuchte Kunden sind. Sie sparen ihr Geld nicht, sondern geben es größtenteils für die Freuden des Lebens aus – soweit die Theorie. Aber wie könnte ein sinnvolles Investment für den Anleger von heute aussehen?

Das Direktinvestment: Spekulative Anleger können sich einzelne Aktien herauspicken. Anbieten würden sich Blue Chips wie etwa die Papiere von Fresenius Medical Care (WKN: 578580). Die Aktien des Gesundheitskonzerns aus Bad Homburg gelten bei Analysten als besonders aussichtsreich, weil die Ausgaben für die medizinische Versorgung im Alter kräftig ansteigen wird und Fresenius davon profitieren sollte. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von derzeit gut 15 liegen die Papiere im Mittelfeld des Dax; die Dividendenrendite von 1,6 Prozent nimmt sich allerdings relativ bescheiden aus. Anbieten würde sich auch die Schweizer Phonak (WKN: 893484), weltweit einer der führenden Hersteller von hochwertigen Hörgeräten. Bedenkt man, dass die Generation iPod in 30 Jahren ins Rentenalter kommt, drängt sich ein Hörgerätespezialist geradezu auf. Allerdings sind die Aktien der Schweizer zuletzt kräftig gestiegen – 50 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Mit einem KGV von 30 ist das Papier derzeit alles andere als ein Schnäppchen.

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Aus Anlegersicht bedeutet das: günstigere Einstiegskurse abwarten. Da die europäischen Aktienmärkte in den letzten Jahren kräftig zugelegt haben, sind Schnäppchen mittlerweile Mangelware. Die Alterung einer Gesellschaft ist ein langfristiger Prozess. Den Statistiken zufolge sollen die Auswirkungen erst 2030 voll durchschlagen; Zeit genug also, bei einem Direktinvestment noch abzuwarten – oder aber mögliche Kursverluste auszusitzen.

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