Investmentidee des Tages
Die wahren Schätze

In der Welt der Finanzen gibt es unentdeckte Schätze, sündhaft teure Schätze und gefährliche Schatzsuchen. Die wahren Schätze allerdings werden oft vergessen. Dabei sind sie leicht zu haben, günstig zu halten und bringen – je nach Gewand – eine passable Rendite. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Es ist nicht leicht dieser Tage, das Beste aus seinem Geld zu machen. Aktien sind zuletzt kräftig gestiegen, ebenso die Aktienfonds. Die Welt der Zertifikate lockt mit einem kaum überschaubaren Angebot: Von Caps ist dort die Rede, von Protect-Schwelle und Sicherheitspuffern. Anlageinstrumente von Experten für Experten gemacht, möchte man meinen. Und da ist noch das gute alte Sparbuch - risikoresistent, gleichzeit aber von begrenzter Attraktivität. Mehr als ein halbes Prozent Zinsen ist bei den kleinen, farbigen Bücher selten zu holen.

Doch es gibt Alternativen. Mit verschiedenen Wertpapieren des Bundes lassen sich zwar keine spektakulären, wohl aber passable Renditen erzielen. Außerdem gibt es das Geld am Laufzeitende zurück – zu 100 Prozent. Bei Finanzierungsschätzen etwa hat der Anleger die Wahl zwischen 12 und 24 Monaten Laufzeit. Die Rendite liegt bei derzeit 4 bzw. 4,1 Prozent.

Bei den Schätzen handelt es sich um abgezinste Wertpapiere, d.h. der Anleger bekommt keinen Zinscoupon, sondern zahlt bei Erwerb weniger und erhält am Ende der Laufzeit den Nennbetrag ausbezahlt. Die Differenz ist die Rendite, der Mindestanlagebetrag beträgt 500 Euro.Finanzierungsschätze werden nicht an der Börse gehandelt. Dem Anleger drohen also keine Kursverluste. Der Nachteil: Die Wertpapiere dürfen nicht vorzeitig zurückgegeben werden. Geordert werden können die Finanzierungsschätze über die Finanzagentur des Bundes. Die Verwaltung ist kostenlos.

Für Anleger, die ihr Geld länger als 24 Monate loswerden wollen, bietet der Bund einen weiteren Schatz - bzw. zwei Typen des einen Schatzes. Die so genannten Schatzbriefe haben eine Laufzeit von sechs (Typ A) und sieben (Typ B) Jahren. Aber das ist nicht der einzige Unterschied: Während der Anleger bei Typ A die Zinsen jährlich ausbezahlt bekommt, werden bei Typ B die Zinsen gesammelt und erst am Laufzeitende, nach sieben Jahren ausbezahlt. Der Zinssatz steigt bei beiden Varianten jählich an. Derzeit beträgt er im ersten Jahr vier Prozent, im letzten 4,75 Prozent.

Ein Vorteil dieser Papiere: Bundeschatzbriefe werden nicht an der Börse gehandelt und sind deshalb gegen Kursverluste immun. Anleger können die Wertpapiere aber nach dem ersten Laufzeitjahr an die Finanzagentur zurückgeben und neu, zu aktuellen besseren Kursen kaufen. Möglich ist eine Rückgabe von bis zu 5 000 Euro (der Mindesanlagebtrag liegt bei beiden Typen bei 50 Euro) innerhalb von 30 Tagen zum Nennwert zuzüglich anteiliger Zinsen.

Das kann besonders in den nächsten Monaten lukrativ sein, denn die Europäische Zentralbank wird die Leitzinsen tendenziell eher erhöhen als senken. Das hebt auch das Zinsniveau der künftigen Wertpapieremissionen des Bundes. Möglich, dass es sich schon im nächsten Jahr lohnt, seinen alten gegen einen neuen Schatz zu tauschen.

Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen
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