Investmentidee des Tages
Königliches Wertpapier

Die Aktie der Royal Bank of Scotland galt lange als Langeweiler. Das war einmal. Seit Beginn der Bieterschlacht um die niederländische Konkurrentin ABN Amro ist das drittgrößte Geldhaus Europas in aller Munde. Aber nicht nur deshalb können sich Anleger Aktien der Royal Bank ins Depot legen. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Das Gerangel um die niederländische Großbank ABN Amro bewegt dieser Tage die Gemüter der Börsianer. Wer mit wem und zu welchen Bedingungen - das sind die entscheidenden Fragen am Markt. Es geht um nichts weniger als die größte Bankenfusion aller Zeiten. Die Britische Barclays schien zunächst die besten Karten zu haben; jetzt macht sich der aggressive Hedge-Fonds TCI, der drei Prozent der Aktien an ABN hält, bei den anderen Aktionären für das Bieterkonsortium um die Royal Bank of Scotland (WKN: 865142) stark, das ABN zerschlagen würde. Barclays bietet 67 Mrd. Euro, die Royal Bank gemeinsam mit Santander und Fortis 72 Mrd. Euro. Allerdings möchten die Niederländer sich lieber von Barclays übernehmen lassen und haben deshalb vorsorglich ihre US-Tochter LaSalle der Bank of America versprochen. Das soll die Royal Bank of Scotland abschrecken, denn die hat es auf das US-Geschäft von ABN abgesehen - der Rest ginge an Santander und Fortis.

Für Anleger sind sowohl die Fusionsgerüchte als auch konkrete Verhandlungen in der Bankenbranche äußerst lukrativ. In den vergangenen zwölf Monaten legten die europäischen Bankentitel kräftig zu. Für die Aktie des heimischen Marktführers Deutsche Bank etwa ging es um rund 15 Prozent nach oben, für die begehrte ABN Amro gar um mehr als 50 Prozent. Die Aktie der Royal Bank of Scotland dagegen hinkt mit einem Plus von rund acht Prozent deutlich hinterher; begründet ist das nicht unbedingt - die Königlichen haben Nachholbdarf. Zwar ist das Bankgeschäft auf der Insel noch immer schwierig - auch Barclays will mit dem Zukauf von ABN unabhängiger vom britischen Markt werden. Die Royal Bank of Scotland treibt unter ihrem Chef Fred Goodwin aber schon seit Jahren ihre internationale Strategie voran.

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Bereits 2005 gingen die Briten in Fernost Einkaufen. Für rund drei Mrd. Euro erwarb Goodwin einen zehnprozentigen Anteil an der Bank of China. An der Börse wurden die Briten dafür zunächst abgestraft. Zu teuer, hieß es. Goodwin handelte sich zudem in der Londoner City den Spitznamen „Fred, the shred“ (Fred, der Reißwolf) ein, weil er nicht locker lässt, hat er ein potenzielles Ziel erst einmal gefunden. Seinen Aktionären musste Goodwin wegen des China-Deals zunächst versprechen, in Zukunft auf Wachstum ohne Zukäufe zu setzen. Allerdings scheint sich die China-Beteiligung langsam aber sicher auszuzahlen - der Börsenwert der Bank of China ist in den letzten Monaten kräftig gestiegen.

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